Polarstern

Großes Sparpotenzial beim Stromsparen in energieeffizienten Gebäuden

Beim Stromsparen können Haushalte ihre Kosten um mehrere hundert Euro senken. Aber gerade bei modernen und energieeffizienten Gebäuden kommt dem sparsamen Umgang mit Strom eine größere Bedeutung, erklärt Energieversorger Polarstern.

Energiekosten© Alexander Raths / Fotolia.com

München – Gerade, weil sie das ganze Jahr über funktionieren, sind Stromsparmaßnahmen besonders wirkungsvoll. Der Ökostromversorger Polarstern hat das Stromsparpotential unterschiedlicher Haushalte verglichen. Das Ergebnis: Letztlich seien für Haushalte beim Stromsparen sogar höhere Kostenersparnisse möglich als beim Heizen.

Strom sparen können Verbraucher das gesamte Jahr über, beim Heizen ist das saisonal bedingt. "Künftig kommt dieser Effekt noch stärker zum Tragen, weil mit steigender Energieeffizienz der Gebäude der Strombedarf einen immer höheren Anteil an den Gesamtenergiekosten hat", sagt Florian Henle, Geschäftsführer von Polarstern.

Stromspiegel: Sparpotenzial liegt bei 400 bis 1.800 Euro

Vergleicht man das Stromsparpotenzial von Haushalten mit den laut Stromspiegel höchsten und niedrigsten Verbräuchen, sind in Wohnungen jährlich rund 400 bis 1.800 Euro Ersparnis möglich, abhängig unter anderem von der Anzahl der Bewohner und der Warmwasseraufbereitung (mit bzw. ohne Strom). Beim Heizen einer 100 Quadratmeter Wohnung liegt das Sparpotenzial bei bis zu rund 1.300 Euro.

Große Effekte: Strom sparen in energieeffizienten Gebäuden

Wie viel Energie und Kosten gespart werden können, beeinflusst stark der Energiestandard des Gebäudes. So haben Häuser mit hohen Energiestandards heute einen um rund 70 Prozent geringeren Heizwärmebedarf als ein durchschnittliches Wohnhaus. Entsprechend größer ist der Einfluss von Stromsparmaßnahmen auf die Gesamtenergiekosten des Haushalts. Bei einem Dreipersonenhaushalt in einer 100 Quadratmeter großen Wohnung hat der Strombedarf im Passivhaus einen Anteil am Gesamtenergiebedarf von bis zu 80 Prozent und bei einem KfW-Effizienzhaus 55 von bis zu 60 Prozent. Wenn große Stromverbraucher wie Wärmepumpen oder Ladestationen für Elektroautos im Haushalt vorhanden sind, sei das noch einmal ausgeprägter, betont Henle.

Polarstern: Haushalte mit PV-Anlagen könnten mehr sparen

Haushalte, die selbst Energie erzeugen, etwa mit einer PV-Anlage, würden zwar spürbar ihre Energiekosten senken, nicht aber automatisch ihren Energieverbrauch. Hier mache sich der Reboundeffekt bemerkbar: Scheine die Sonne, neigten Haushalte mit PV-Anlage dazu, eine Wasch- oder Spülmaschine halbvoll oder den Trockner einmal häufiger anzustellen. Schließlich ist selbst erzeugter Strom heute rund 60 Prozent günstiger als Strom aus dem öffentlichen Netz, erklärt Henle. Dabei könnten sie mit einem energiebewussten Verhalten noch mehr sparen.

Expertin: Nebenbei Energie sparen ist ein Trugschluss

Energiesparen kann man sowohl durch das Ersetzen von ineffizienten Geräten, als auch – ohne Investition – durch eine Veränderung des alltäglichen Nutzungsverhaltens von Geräten. Und das gelingt am besten, wenn man es bewusst und konsequent macht.

Um wirkungsvoll Energie zu sparen, stehe am Anfang das Wissen über den eigenen Stromverbrauch. Daran mangele es bei den meisten Haushalten, sagt Ellen Matthies, Umweltpsychologin an der Otto-von-Guericke-Universität. So würden oft Maßnahmen ergriffen, die am sichtbarsten sind, wie das Ausschalten von Lampen, ohne dass hier tatsächlich ein großes Sparpotenzial vorhanden sei. Effektiver wäre es, alte Leuchtmittel durch LED-Lampen auszutauschen. Nebenbei Energie zu sparen sei ein Trugschluss. Man müsse sich schon mit der Maßnahme auseinandersetzen und etwa in der Familie darüber sprechen.

Die Sonne ist ein altbekannter Stromsparhelfer: Ob Wäsche an der Wäscheleine trocknen statt im Trockner oder mithilfe von Solarstrom neue Potenziale nutzen, die Sonne erleichtert das Sparen. "Ein ähnlicher Strombedarf der Haushalte in den Sommer- wie in den Wintermonaten zeige jedoch, dass dies den meisten schwerfalle, weiß Henle.

Während eines Urlaubs sollten Stromverbraucher ausgeschaltet werden. Noch mehr bringt es, wenn die Heizung in den Sommermonaten generell eine Ruhepause hat und ausgeschaltet wird. Also nicht nur die Thermostate runtergedreht werden, sondern die auch die Umwälzpumpe aus ist. Das gilt natürlich nicht, wenn mit der Heizungsanlage auch Warmwasser erzeugt wird.

Tücken beim Sparen mit smarten Geräten

Einfacher sei es, wenn Geräte zum Betrieb automatisch Solarenergie nutzen, ohne dass man daran denken müsse, wie zum Beispiel Solarlampen, die Solardusche im Garten oder Solarladegeräten für Handy und Co., so Henle weiter. Haushalte mit Solaranlage hätten es noch einfacher: Sind ihre Elektrogeräte intelligent über ein Energie-Managementsystem mit der Solaranlage verknüpft, könnten sie ihren Betrieb automatisch der Stromerzeugung anpassen. Das reduziere zwar nicht den Energieverbrauch, weil die Geräte dennoch genutzt würden, senke jedoch die Energiekosten.

Ganz einfach smart Strom sparen habe seine Tücken: Haushalte mit vernetzten Geräten steigerten zum Teil sogar ihren Stromverbrauch. Das Borderstep Institut hat errechnet, dass in einem Haushalt mit vernetzten Elektrogeräten und intelligenter Beleuchtung jährlich bis zu 100 Euro zusätzliche Kosten durch Vernetzung anfallen können.

Soll smart Energie gespart werden sei es wichtig, dass die neuen Geräte bisherige Geräte ersetzen, rät Henle. Kaufe man hingegen zusätzliche Geräte, dann sei das schnell eine versteckte Stromkostenfalle, warnt Henle. Auch sollten die smarten Geräte dort eingesetzt werden, wo sonst Energie verschwendet wurde. Böten sie hingegen vor allem mehr Komfort, müsse der Energiebedarf beobachtet werden. Tendenziell würde schnell mehr Strom verbraucht, umso mehr Geräte vernetzt sind. Das bedeute nämlich, dass sie sich im vernetzten Bereitschaftsbetrieb befänden und nie wirklich aus seien. Spannend sind einzelne Geräte, die durch eine geräteinterne, intelligente Steuerung immer effizienter arbeiten.

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