Einsparpotenziale fördern

Greenpeace-Studie: Keine Steinkohle, sondern Klimaschutz finanzieren

Mit nur der Hälfte der Steinkohlesubventionen in Deutschland lassen sich durch innovative Maßnahmen zwölf Prozent des deutschen Stromverbrauchs einsparen, so eine Studie von Greenpeace. Mit den Steuergeldern sollen nach Meinung der Umweltorganisation Einsparpotenziale kostengünstig erschlossen werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Schon mit der Hälfte der umstrittenen Subventionen für die Steinkohleförderung in Deutschland ließen sich durch innovative Maßnahmen zwölf Prozent des deutschen Stromverbrauchs einsparen, so das Ergebnis einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie des Öko-Instituts Freiburg. Die Studie will zeigen, wie sich mit den Steuergeldern Einsparpotenziale kostengünstig erschließen lassen. Demnach würde schon der Austausch alter Geräte wie Kühlschränke und Elektroherde den Energieverbrauch in Haushalten um 40 bis 50 Prozent verringern. Ein umfassendes Sparprogramm würde auch den Klimaschutz voranbringen: Deutschland könnte 35 Millionen Tonnen weniger Kohlendioxid erzeugen, so Greenpeace.

"Die Studie zeigt, wie sinnlos und verfehlt Steinkohlesubventionen sind", sagt Gabriela von Goerne, Klima-Expertin von Greenpeace. "Energieträger, die das Klima zerstören und unwirtschaftlich sind, dürfen nicht länger gefördert werden. Hier werden Milliarden an Steuergeldern verschwendet, um eine Industrie künstlich am Leben zu erhalten." Der Abbau einer Tonne Steinkohle kostet in Deutschland nach Angaben der Umweltschutzorganisation etwa 150 Euro. Um mit Importkohle konkurrieren zu können, wird die Differenz zwischen den Förderkosten und dem Weltmarktpreis über Subventionen ausgeglichen - für 2006 bis 2012 habe die Bundesregierung 15,9 Milliarden Euro zugesagt.

Die seien jedoch nicht notwendig. RAG-Chef Werner Müller kündigte kürzlich an, eine neue Zeche "ohne einen Cent öffentliche Mittel realisieren" zu wollen. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, diese Ankündigung zum Anlass zu nehmen, die Kohlesubventionspolitik zu überdenken. "Neue technische Lösungen, um Energie effizient zu nutzen, werden in Zukunft weltweit nachgefragt. Wer neue Arbeitsplätze schaffen will, darf diese Chancen nicht verpassen", so von Goerne.

Die Europäische Union hat die enormen Potenziale der Energieeffizienz bereits erkannt. Das EU-Parlament hat eine Richtlinie verabschiedet, nach der Haushaltsgeräte wie Computer und Klimaanlagen weniger Energie verbrauchen sollen. Derzeit wird auch eine Richtlinie zur Steigerung der Endenergieeffizienz für den Zeitraum 2006 bis 2012 verhandelt. Deutschland wird diese Richtlinie umsetzen müssen. Die Greenpeace-Studie zeige, wie dies erreicht werden kann.

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