Klimaschutz als Konjunkturmotor

Greenpeace stellt Weltenergieplan vor

Greenpeace fordert von der Politik klare Rahmenbedingungen für eine Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien. Der Klimaschutz sei ein Konjunkturmotor und eine weltweite Umstellung würde sich auch wirtschaftlich lohnen, wie Greenpeace und der Europäische Dachverband der Erneuerbaren Energien Industrie (EREC) bei der Veröffentlichung ihres Weltenergieplans mitteilten.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (AFP/ddp/sm) - Demnach würde die konsequente Umstellung auf erneuerbare Energien nicht nur klimaschädliches CO2, sondern auch viel Geld sparen und zudem zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Vor allem in Deutschland, das auch bei erneuerbaren Energien derzeit Exportweltmeister sei, könne eine "Energierevolution" die Wirtschaft in Schwung bringen, sagte ein Sprecher der Umweltorganisation. Der Klimaschutz sei "eine Chance für die Weltwirtschaft".

Die Umweltaktivisten appellierten an die Politik, bis 2010 die Subvention von fossilen und atomaren Energien zu beenden und keine Kohlekraftwerke in den Industrieländern mehr zu genehmigen. Zudem müsste durch Gebäudesanierung, strikte Verbrauchstandards für Elektrogeräte und Fahrzeuge Energie eingespart werden.

Um die geforderte Energiereform umzusetzen, sind dem Weltenergieplan zufolge Investitionen von rund neun Billionen Dollar (gut sieben Billionen Euro) nötig. Diese könnten unter anderem aus dem Emissionshandel gezogen werden. Im gleichen Zeitraum würde demnach aber allein aufgrund sinkender Brennstoffkosten für Kohle, Gas und Öl in der Stromproduktion der doppelte Betrag eingespart.

Erneuerbare Energien könnten dann die Hälfte des weltweiten Energiebedarfs decken, die Branche ihren jährlichen Umsatz von derzeit 70 Milliarden auf 360 Milliarden US-Dollar (rund 290 Milliarden Euro) verfünffachen.

Der Report wurde beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Auftrag gegeben und wird in etwa 25 Ländern vorgestellt.

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