Laxer Umgang

Greenpeace prüft Rechtsweg für endgültige Stilllegung von Philippsburg

Die Vorgänge im EnBW-Kernkraftwerk Philippsburg, dessen Block 2 heute abgeschaltet wurde, nimmt die Umweltschutzorganisation Greenpeace zum Anlass, die Möglichkeit eines Antrags auf Entzug der Betriebsgenehmigung zu prüfen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Als Konsequenz aus dem "Skandal beim Sicherheitsmanagement" des baden-württembergischen Atomkraftwerks Philippsburg will die Umweltschutzorganisation Greenpeace nach Rechtswegen suchen, um die Anlage des Unternehmens Energie Baden-Württemberg (EnBW) endgültig stillzulegen. Die Aktivisten prüfen die Möglichkeit, beim Umweltministerium des Landes einen Antrag auf Entzug der Betriebsgenehmigung zu stellen.

"Profit vor Sicherheit lautet die Formel, mit der die EnBW ihre Atomanlagen betreibt", ist sich Veit Bürger, Energieexperte bei Greenpeace, sicher. "Abschalten kostet Geld. Deswegen hat die EnBW das Kraftwerk trotz schwerer Sicherheitsmängel einfach weiterlaufen lassen. Durch einen derart laxen Umgang mit den Sicherheitsvorschriften wurde die Bevölkerung einem sehr großen Risiko ausgesetzt."

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