Teuer und chaotisch

Greenpeace energy: Regulierungsbehörde muss sofort eingerichtet werden

Zu hohe Netznutzungsentgelte und teilweise chaotische Abläufe beim Versorgerwechsel behindern einen fairen Wettbewerb auf dem Strommarkt. Das ist das Fazit des Stromversorgers Greenpeace energy zum Monitoringbericht über den Stand des liberalisierten Strommarkts.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Als "enttäuschend" bezeichnete der Ökostromanbieter die Vorschläge des Ministeriums für die zukünftige und längst überfällige Gewährleistung eines fairen Wettbewerbs, der für eine ökologisch nachhaltige und sichere Versorgung unerlässlich ist. "Es besteht die Gefahr, dass die Regeln des Strommarktes auch unter einer Regulierungsbehörde wie bisher von den Interessen der Netzbetreiber und Industriekunden dominiert werden", resümiert Robert Werner, Vorstand bei Greenpeace energy. "Mit diesen diffusen Vorstellungen zur Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs rückt ein funktionierender Strommarkt in weite Ferne, was für die stetig wachsende Ökostrombranche fatale Auswirkungen hätte."

Vor diesem Hintergrund sowie der fristlosen Auflösung der "Task-Force-Netzzugang", fordert Greenpeace energy das Vorziehen der Einsetzung einer Regulierungsbehörde auf den 1. Januar 2004. "Sonst gibt es bald nichts mehr zu regulieren", so Werner. "Die Behörde muss maximale Unabhängigkeit und Kompetenz bekommen, damit die Interessen der Verbraucher berücksichtigt werden können."

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