Paukenschlag

Google kündigt eigenes Betriebssystem für PCs an (Upd.)

Der US-Internetgigant Google will ein eigenes Betriebssystem für Computer herausbringen, das im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll. Es soll vor allem auf die beliebten Netbooks zugeschnitten sein.

Social Network© James Thew / Fotolia.com

San Francisco (afp/red) - Der Internetkonzern Google greift den Softwareriesen Microsoft nun auch auf dessen Kerngebiet an: Google will ein eigenes Betriebssystem für Computer herausbringen, wie das Unternehmen in der Nacht zu Mittwoch ankündigte. Das neue System mit dem Namen Google Chrome OS soll einfach, schnell und sicher sein - und setzt voll auf das Internet.

Betriebssysteme bringen Computer überhaupt erst zum Laufen. Sie sind damit Grundlage für alle anderen Anwendungen wie Büro- und E-Mail-Programme oder das Internet. Google will mit seinem Betriebssystem nun gänzlich neue Wege gehen: "Es ist unser Versuch, neu zu überdenken, was ein Betriebssystem sein sollte", erklärten der Google-Vize-Chef für Produktentwicklung, Sundar Pichai, und der Chefingenieur des Unternehmens, Linus Upson, im Blog des Unternehmens.

Bisherige Betriebssysteme seien in einer Zeit geschaffen worden, als es noch kein Internet gab, erklärte Google. Ziel sei es daher nun, ein System zu schaffen, dass von Grund auf für die Nutzung des Internets geschaffen sei. Nach den Vorstellungen seiner Entwickler soll es auf das Wesentliche beschränkt und daher besonders schnell sein. "Geschwindigkeit, Einfachheit und Sicherheit sind die zentralen Aspekte von Google Chrome OS", verkündete Google. Es soll in wenigen Sekunden starten und vor allem auf Internetanwendungen ausgelegt sein. Das System werde "für Menschen geschaffen, die ihre meiste Zeit im Web verbringen".

Die Benutzeroberfläche will Google minimalistisch halten - "um nicht im Weg zu sein". Das Betriebssystem basiert auf Linux und sei eine "natürliche Erweiterung" des Internetbrowsers Chrome, den Google vor neun Monaten startete. Somit könnte Chrome OS tatsächlich weitgehend ein Browser mit eingebautem Betriebssystem sein. Die Programme für Chrome sollen entsprechend nicht auf dem Computer installiert werden, sondern über das Internet laufen. Damit könnten Nutzer auf diese von überall zugreifen - unabhängig von Computer, Betriebssystem und Browser-Software.

Dabei soll Chrome OS auch sicherer werden als der große Konkurrent Windows: Die Sicherheitsarchitektur im Hintergrund des Systems will der Internetriese komplett neu entwickeln, die Nutzer sollen sich nicht um Viren, Schadprogramme und Updates kümmern müssen. "Es soll einfach funktionieren."

Google will den Quellcode von Chrome OS, also die Programmiergrundlagen, noch in diesem Jahr veröffentlichen. Das deutet darauf hin, dass das System - wie die meisten Google-Dienste - kostenlos sein wird. Auf den Markt kommen soll Chrome OS dann in der zweiten Jahreshälfte 2010. Zunächst soll das neue System auf Netbooks zugeschnitten sein, die seit einiger Zeit besonders erfolgreichen Mini-Laptops. Langfristig solle Chrome OS aber auf allen Computern laufen.

Bislang dominiert der Softwareriese Microsoft mit seinem Betriebssystem Windows den Markt - es läuft auf rund 90 Prozent aller Computer weltweit. Zuletzt hatte Apple mit seinem Mac OS X etwas aufholen können. Vom kostenlosen Betriebssystem Linux gibt es inzwischen zwar vielfältige Versionen, die sich auch an Privatanwender richten - in großen Stil konnte es sich aber nicht durchsetzen. Microsoft will im Herbst sein neues Betriebssystem Windows 7 herausbringen.

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