Reform

Gesetzgeber will Bausparkassen stärken

Dank einer Gesetzesreform soll Bausparen für Verbraucher attraktiv bleiben. In der derzeitigen Niedrigzinsphase haben die Kassen Probleme, einmal versprochene Zinssätze zu garantieren. Eine Entlastung bei Altverträgen ist aber nicht geplant-

Baufinanzierung© Eisenhans / Fotolia.com

Berlin - Die unter der Dauer-Niedrigzinsphase leidenden Bausparkassen sollen gestärkt und so Bausparen auch künftig für Verbraucher attraktiv bleiben. Mit einer Gesetzesreform sollen Bausparkassen ihre Geschäfte künftig flexibler gestalten und ausweiten können, um so ihre Ertragslage zu stärken, das Kundengeschäft auszuweiten und Risiken zu begrenzen.

Für den einzelnen Bausparer ändert sich nichts. Mit den neuen Regeln solle aber sichergestellt werden, dass sich Verbraucher auch künftig darauf verlassen können, dass die langfristigen Zusagen aus Bausparverträgen eingehalten werden können, hieß es am Dienstag im Bundesfinanzministerium: "Wir beabsichtigen, die Belange der Bausparer zu wahren und wollen die Bausparkassen in die Lage versetzen, auch mit den Herausforderungen der Niedrigzinsphase umgehen zu können."

Altverträge mit guten Zinsen werden gekündigt

Eine Entlastung für Bausparkassen bei Altverträgen, in denen noch hohe Zinszahlungen zugesichert wurden, ist nicht geplant. Beim Verhältnis zwischen Bausparer und Kasse seien keine gesetzlichen Änderungen vorgesehen, hieß es. "Die bestehende Rechtsgrundlage ist hinreichend." Einige Bausparkassen versuchen, Kunden aus lukrativen Altverträgen herauszudrängen.

Gesetz soll 2016 verabschiedet werden

Angestrebt wird, das Gesetz in diesem Jahr zu verabschieden. Die neuen Regeln würden dann wohl 2016 in Kraft treten. Aus Sicht des Finanzministeriums muss der Bundesrat nicht zustimmen.

Grundsätzlich sollen auch künftig nur Bausparkassen das Bauspargeschäft betreiben dürfen. Neue Geschäftsfelder müssten also "bausparverwandt" sein, hieß es. Kassen dürften demnach auch künftig Prämiengelder nicht in Aktien anlegen.

Geplant ist aber, dass Bausparkassen Gelder aus einem Fonds flexibler nutzen, den sie eigentlich jeweils zur Sicherung der Liquidität bei überraschenden Hochzinsrisiken vorhalten müssen. Die Mittel daraus könnten nun auch für "bausparverwandte" Geschäfte genutzt werden - etwa zur Vergabe sonstiger Baudarlehen außerhalb des Bauspargeschäfts an Kunden. Bausparkassen könnten verstärkt Zwischenfinanzierungen anbieten und sich so besser refinanzieren. Auch sollen sie dafür künftig Hypothekenpfandbriefe ausgeben können. Verlangt werde aber auch eine neue Gebäude-Versicherungspflicht.

151 Milliarden Euro steckten 2013 in Bausparverträgen

In Deutschland gab es nach Angaben des Finanzministeriums Ende 2013 rund 30 Millionen Bausparverträge mit Bauspareinlagen von etwa 151 Milliarden Euro. Um Kunden buhlen 21 Bausparkassen - neben privaten auch die Landesbausparkassen.

Bausparkassen sind wegen langfristiger Verträge und Zinsbindungen besonders von den extrem niedrigen Zinsen betroffen. Die Möglichkeiten, darauf zu reagieren, sind aber begrenzt. "Wir haben aber gegenwärtig keine Erkenntnisse vorliegen, dass an irgendeiner Stelle eine Bausparkasse Probleme hat", hieß es.

Quelle: DPA

Das könnte Sie auch interessieren
  • 500 Euro

    Bundesbank: Inflation und Niedrigzinsen machen Sparern zu schaffen

    Die niedrigen Zinsen und die steigende Inflation bekommen Sparer aktuell heftiger zu spüren. Nach Berechnungen der Bundesbank gibt es zum ersten Mal seit Jahren wieder negative Realzinsen. Zum Ende des Jahres könnte sich die Lage aber wieder entspannen.

  • Sparbuch

    Trotz Sparzinsen: Wo bunkern die Deutschen ihr Geld?

    Bei den derzeit niedrigen Zinsen wird die Wahl der Geldanlage zur Qual. Wie gehen Verbraucher mit den Sparzinsen um und wo liegt in Deutschland das meiste Geld?

  • Sparschwein

    Hessen sind die fleißigsten Sparer

    Die Hessen haben zum fünften Mal in Folge bundesweit die höchsten Guthaben in klassischen Sparanlagen, berichtet die Postbank. Auf einem hessischen Konto liegt doppelt so viel Geld wie beim bundesdeutschen Durchschnitt.

  • Private Altersvorsorge

    Verbraucherzentrale rät von Bausparvertrag ab

    Verbraucherschützer raten trotz derzeit historisch günstiger Zinsen vom Abschluss eines Bausparvertrages ab. Wegen schlechter Guthabenzinsen lohne sich stattdessen eher ein Annuitätendarlehen als Alternative zur Hausfinanzierung.

  • Tarife

    Zinsen für Baukredite so günstig wie nie

    Bauherren und Wohnungskäufer können einer Untersuchung der Stiftung Warentest zufolge derzeit von historisch niedrigen Zinsen profitieren. Zudem habe sich in einem Modellfall gezeigt, dass Bauherren durch Anbietervergleich mehrere zehntausend Euro sparen können.

Top