Preissteigerungen

Gebühr für Plastiktüten gegen Müll im Ozean

Plastiktüten sind Umweltschützern schon lange ein Dorn im Auge.

Euronen© Vivien / Fotolia.com

Plastiktüten sind Umweltschützern schon lange ein Dorn im Auge. Tonnenweise Kunststoffmüll landet unter anderem in den Ozeanen, die Tüten ein guter Teil davon. Speziell die dünnen, leichten Plastiktüten, die gern beim Einkauf ausgehändigt werden, tragen zum Müllberg bei. Deshalb soll jetzt auf EU-Ebene gehandelt werden, um ihre Zahl zu verringern. Der Umweltausschuss des Europaparlaments hat sich für eine Reduzierung um 50 Prozent bis 2017 ausgesprochen.

Verbrauch von Plastiktüten variiert je nach Land

Vor allem in Küstenregionen landen die Plastiktüten oft direkt im Wasser, wie die FAZ ausführt. Dabei ist der Tütenverbrauch je nach Land unterschiedlich hoch: Dänen und Finnen verbrauchen dem Bericht zufolge gerade einmal zehn Tüten pro Kopf und Jahr, die Deutschen 70, bei Bulgaren und Portugiesen seien es sogar 400.

Pflichtgebühr für Plastiktüten

Am effizientesten sei es wohl, eine Gebühr für die Tüten zu erheben, statt sie kostenlos zu verteilen. Dieser Ansicht ist Abgeordnete Margarete Auken von den dänischen Grünen. Deshalb könnte in Lebensmittelgeschäften die Gebühr sogar zur Pflicht werden. Darüber hinaus soll den einzelnen EU-Ländern weitgehend freigestellt bleiben, was sie unternehmen wollen. Sie könnten eine Steuer erheben oder bestimmte Tüten sogar verbieten. Allerdings müssten die EU-Staaten zuvor noch über den Vorschlag des Europaparlaments abstimmen, so die FAZ.

Irland als gutes Beispiel

Als Erfolgsmodell führt der Bericht Irland an. Hier habe die Abgabe von 44 Cent pro Tüte den Verbrauch drastisch reduziert - von 328 auf nur noch 18 Stück pro Jahr und Einwohner. Das deutsche Bundesumweltamt zeigt sich kritisch: In Deutschland sei der Beitrag von Plastiktüten zur Umweltbelastung relativ gering. Hierzulande wird der Großteil des Plastikmülls im gelben Sack entsorgt und verbrannt. In anderen Ländern seien Auflagen jedoch sinnvoll.

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