Mittelfristig teurer

Gazprom-Chef sagt weiter steigende Gaspreise voraus

Trotz des deutlich gesunkenen Ölpreises wird Gas nach Ansicht von Gazprom-Chef Alexei Miller nur vorübergehend billiger werden. "Wenn wir von der langfristigen Preisentwicklung sprechen, so kann ich mit Sicherheit sagen, dass die Ära des billigen Erdgases der Vergangenheit angehört", sagte Miller der "Bild"-Zeitung.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Bei Erdgas wird es kein Zurück zu dem Preisniveau geben, auf dem wir vor fünf oder zehn Jahren waren", so Miller weiter. Der Grund dafür sei der weltweit steigende Bedarf an Energieressourcen. Gleichzeitig sinke die Anzahl von Erdöl- und Erdgasfeldern, die noch erschlossen werden könnten.

Sinkende Preise bei E.ON

Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns E.ON, Wulff Bernotat, kündigte in dem Blatt für das kommende Jahr zwei Preissenkungsrunden beim Gas an. "E.ON wird im Februar und noch mal im April die Preise senken", sagte Bernotat. Er erwarte, dass die Gaspreise 2009 auf breiter Front zurückgehen.

Miller und Bernotat verteidigten die umstrittene Bindung des Gaspreises an den Ölpreis, wonach der Gaspreis dem Preis für Öl mit rund sechsmonatiger Verzögerung folgt. "Als die Ölpreise bis Mitte des Jahres auf Rekordhöhen geschossen sind, sind die Gaspreise lange Zeit stabil geblieben", sagte Bernotat. "Ölpreisbindung ist also keine Einbahnstraße."

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