Preisentwicklung

Gaspreis im Vergleich: Deutschland im Mittelfeld

Der Gaspreis liegt in Deutschland unter dem Durchschnittspreis in der EU. Das soll den Experten von Verivox zufolge auch 2021 nach der Einführung des CO2-Preises so bleiben. Dennoch wird es für die Deutschen erheblich teurer.

06.07.2020, 09:58 Uhr
Strom- und Gaspreise© Kautz15 / Fotolia.com

Verbraucher in Deutschland zahlen weniger für Gas als der EU-Durchschnitt - kaufkraftbereinigt gehört Deutschland sogar zu den günstigsten Ländern Europas. Hochpreisland wird Deutschland auch mit dem neuen CO2-Aufschlag nicht, wie eine Analyse des Vergleichsportals Verivox zeigt.

Gaspreise im EU-Vergleich

Der Gaspreis in Deutschland liegt laut der Statistikbehörde Eurostat europaweit im Mittelfeld. Einschließlich aller Steuern und Abgaben wurden hierzulande im zweiten Halbjahr 2019 5,89 Cent pro Kilowattstunde (kWh) fällig. Und damit etwas weniger als im EU-Durchschnitt von 6,7 Cent/kWh.

Den mit Abstand höchsten Gaspreis zahlten die Schweden mit 11,67 Cent/kWh. Die zweithöchsten Kosten wurden in Spanien (10,21 Cent/kWh) fällig, gefolgt von den Niederlanden (9,65 Cent/kWh). Am günstigsten war es in Rumänien (3,32 Cent/kWh), Ungarn (3,34 Cent/kWh) und Lettland (3,51 Cent/kWh).

Wird die örtliche Kaufkraft berücksichtigt, gehört der Gaspreis in Deutschland mit zu den günstigsten. Nur in Luxemburg, Großbritannien, Lettland und Belgien wird die Haushaltskasse durch Erdgas weniger belastet. Am schwersten wiegen die Gaskosten in Spanien, Schweden und Italien.

Einfluss des CO2-Preises: Kosten steigen um 20 Prozent

Mit der Einführung des nationalen CO2-Preises werden Gaskunden in Deutschland ab 2021 stärker zur Kasse gebeten. Nach Verivox-Berechnungen beträgt der Aufschlag im Jahr 2025 insgesamt 20 Prozent - vom heutigen Gaspreisniveau gerechnet ein Anstieg von 5,89 auf 7,08 Cent/kWh. Für eine Familie mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeuten das jährliche Mehrkosten von 238 Euro.

"Länder wie Schweden, Dänemark oder Frankreich haben längst eine CO2-Steuer. Deshalb haben Verbraucher in Deutschland verglichen mit anderen europäischen Ländern bisher relativ günstig geheizt", sagt Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox. "Doch der Aufpreis für CO2 wird Gas nun sukzessive verteuern. Bereits im kommenden Jahr zahlt eine Familie in Deutschland rund 108 Euro mehr im Jahr für das Heizen mit Gas", so Valerian Vogel.

Trotz CO2-Aufpreis: Auch in den nächsten Jahren wird Deutschland im Europa-Vergleich nicht zu den absoluten Spitzenreitern beim Gaspreis gehören. Denn schon heute zahlen Iren, Dänen, Portugiesen, Franzosen, Italiener, Niederländer, Spanier und Schweden mehr als die für Deutschland prognostizierten 7,08 Cent/kWh.

Anbieterwechsel macht den CO2-Aufpreis wieder wett

Eine Familie, die noch nie ihren Gastarif gewechselt hat, wird zu den Konditionen der Grundversorgung beliefert. Bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden werden dafür derzeit durchschnittlich 1.462 Euro im Jahr fällig. Die gleiche Menge Gas kostet im günstigsten fairen Tarif zwischen 835 Euro (mit Bonus) und 892 Euro (ohne Bonus) - also ein Sparpotenzial zwischen 570 und 627 Euro im Jahr.

Jetzt Gaspreise innerhalb Deutschlands vergleichen!
Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreis

    Teure Grundversorgung: Steuersenkung verpufft wegen Preissteigerungen

    Weil In der Grundversorgung die Preise seit Beginn des Jahres gestiegen sind, bringt auch die Senkung der Mehrwertsteuer keinen großen Vorteil mehr für betroffene Kunden. Verivox hat die Preise genauer analysiert.

  • Taschenrechner

    Gas- und Strompreise sind 2020 günstiger geworden

    Im ersten Halbjahr 2020 sind die Strom- und Gaspreise gesunken - allerdings nicht für alle, wie eine Analyse von Verivox zeigt. Strom in der Grundversorgung ist aktuell teurer als zu Beginn des Jahres. Beim Gas fällt die Preissenkung deutlicher aus.

  • Gaspreis

    Service und Preis: Institut testet Gasanbieter

    Wer zu einem alternativen Gasanbieter wechselt, kann gegenüber der Grundversorgung rund 35 Prozent an Kosten sparen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Service-Qualität, das 37 Gasversorger getestet hat.

  • Strompreis

    Verivox: Strompreise sinken trotz Corona-Krise nicht

    Die Strompreise sind zwar im Großhandel im Zuge der Corona-Krise gesunken. Die Preisbewegung wird aber erst viel später und nur in einem geringfügigen Anteil bei Endkunden ankommen, so die Experten von Verivox.

Gastarife vergleichen auf Tarife.de
Tipps und Ratgeber

Alle Tarif- und Preisangaben brutto. Trotz sorgfältiger Erstellung wird für die Richtigkeit keine Haftung übernommen. Beachten Sie Preise und AGB der Anbieter. Alle Angaben ohne Gewähr.

Cookie-Einstellungen

Top