Endlager-Suche

Gabriel rügt Atompolitik der Union

Umweltminister Gabriel kritisiert die Weigerung Bayerns und Baden-Württembergs, in ihren Bundesländern den Standort für ein atomares Endlager suchen zu lassen. Die "intellektuelle Redlichkeit" gebiete, dass jemand, der den Ausbau der Atomenergie fordere, "auch bei sich zu Hause nach einem Endlager suchen lässt", sagte er dem "Tagesspiegel".

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Umweltminister fügte hinzu: "Tut er es nicht, ist er kein ernstzunehmender Gesprächspartner, sondern im Zweifel ein politischer Feigling."

Am Ende sollte der Standort Gorleben in Niedersachsen verglichen werden mit anderen, sagte Gabriel. Sei ein anderer Standort gleichwertig, "bleibt es Gorleben, weil wir dort schon sehr viel Geld investiert haben". Wenn es allerdings bessere gebe, "dann muss der Atommüll da hin".

Die Union dringt derzeit angesichts der hohen Energiepreise auf eine Verlängerung der Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke. Einen Wahlkampfknüller sieht CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer darin aber nicht. "Wir werden garantiert keinen Atomwahlkampf führen", sagte er der "Berliner Zeitung". "Allein solche Begriffe wie Atompakt wecken die Angst vor Tschernobyl. Das ist kontraproduktiv", sagte Ramsauer. Er plädierte dagegen für eine verantwortungsvolle und umfassende Energiedebatte. Die Kernenergie sei ein Teil davon.

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