127 Anlagen in Bayern

Furth im Wald heizt mit Biomasse

Die oberpfälzische Stadt Furth im Wald versorgt künftig das städtische Krankenhaus, eine Einrichtung für betreutes Wohnen, einen Einkaufsmarkt und den Schlachthof mit Wärme aus einem Biomasseheizwerk. Der Holzhackschnitzelkessel wird mit jährlich etwa 1000 Tonnen Wald- und Restholz aus der Region befeuert.

29.07.2004, 08:40 Uhr
Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Furth im Wald (ddp-bay/sm) - Die Stadt Furth im Wald setzt auf Wärme aus Biomasse. Mit einem Biomasseheizwerk werden künftig das städtische Krankenhaus, eine Einrichtung für betreutes Wohnen, ein Einkaufsmarkt und der Schlachthof versorgt, wie das Landwirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. Der Holzhackschnitzelkessel wird mit jährlich etwa 1000 Tonnen Wald- und Restholz aus der Region befeuert und hat eine Leistung von fast 820 Kilowatt.

Der bayrische Landwirtschaftsminister Josef Miller (CSU) lobte das 1,1 Millionen Euro teure Projekt als Beispiel für eine Klima und Ressourcen schonende Energieversorgung. "Wärme und Strom aus Stall, Feld und Wald haben Zukunft." Dank der Anlage würden in der Oberpfälzer Stadt jährlich fast 300 000 Liter Heizöl eingespart und rund 800 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid vermieden.

Nach Angaben des Ministers gibt es in Bayern derzeit 127 in Betrieb oder im Bau befindliche staatlich geförderte Biomasseheiz- und -kraftwerke sowie mehr als 1,7 Millionen Kleinfeuerungsanlagen für Holz. Damit deckt Biomasse im Freistaat 3,7 Prozent des Primärenergieverbrauchs, was etwa dem Wärmebedarf von etwa 890 000 Einfamilienhäusern entspricht. Bundesweit sind es zwei Prozent.

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