Breitband-Pläne

Frequenzen sollen bis 2015 unter den Hammer

Die Netzagentur hat einen Entwurf veröffentlicht, nach dem schon 2014 eine neue Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen vorbereitet werden soll. Spätestens 2015 sollen die Frequenzen, darunter auch solche, die heute vom Rundfunk benutzt werden, unter dem Hammer kommen.

Funkmast© jomar / Fotolia.com

Bonn (red) - Die Frequenzbereiche bei 900 MHz, 1800 MHz, 700 MHz und 1,5 GHz sollen diesmal neu verteilt werden. Dabei werden jeweils zweimal fünf MHz im 900-MHz-Band den vier deutschen Mobilfunkunternehmen als "Reserve" zur Verfügung gestellt werden, damit eine Versorgung der Kunden auf jeden Fall gewährleistet bleibt.

Versteigerung von Rundfunk-Frequenzen

Im Bereich um 700 MHz werden die Frequenzen derzeit für Behördenfunk und DVB-T genutzt. Hier ergibt sich ein gewisses Konfliktpotenzial mit den Rundfunkbetreibern. So hat bereits die ARD bekannt gegeben, dass sie die Breitbandziele der Regierung grundsätzlich unterstützt, jedoch klar dagegen ist, dem Mobilfunk weitere Frequenzen zuzuweisen.

50 Mbit/s für alle bis 2018

Die Bundesnetzagentur will durch das Verfahren das Erreichen der Breitbandziele der Bundesregierung vorantreiben. Diese sehen vor, dass bis 2014 75 Prozent aller deutschen Haushalte einen Internetzugang von mindestens 50 Mbit/s nutzen können. Bis 2018 soll dann eine flächendeckende Versorgung mit dieser Bandbreite erreicht sein. Dadurch, dass weitere Frequenzbereiche aus dem Rundfunk neu vergeben werden sollen, will man zudem Anreize für einen schnellere Ausbau schaffen, so die Netzagentur im Konsultationsentwurf zur Versteigerung.

Die jeweiligen Lizenzen laufen 2016 aus, sodass die zu versteigernden Frequenzen ab Januar 2017 von den Mobilfunkern in der neuen Verteilung genutzt werden können. Hierbei kommt vor allem LTE und dem Nachfolger LTE Advanced eine bedeutende Rolle zu. Die Rahmenbedingungen für die Nutzung müssten möglichst frühzeitig geklärt werden, so die Netzagentur. Die Nutzung der Lizenzen soll auf jeweils 15 Jahre befristet werden.

Haben neue Netzbetreiber eine Chance?

Theoretisch könnte es auch sein, dass neben Telekom, Vodafone, o2 und E-Plus weitere Mitbewerber den Markt betreten. Zur letzten Frequenzversteigerung 2010 wurden zwar nur diese vier zugelassen, jedoch spricht die Bundesnetzagentur in ihrem Konsultationsentwurf auch explizit davon, dass der Wettbewerb gestärkt und neuen Wettbewerbern der diskriminierungsfreie Markteintritt ermöglicht werden soll.

Hohe Kosten drohen den Mobilfunkern

Für die Mobilfunker ist das Vorhaben der Netzagentur keine gute Nachricht, denn sie hatten auf eine Verlängerung der bestehenden Lizenzen gehofft. Mit einer Versteigerung dürften jedoch wieder Milliardenkosten auf die Netzbetreiber zukommen. Die Versteigerung von 2010 hatte Vodafone, Telekom und o2 jeweils über eine Milliarde Euro gekostet, E-Plus ging bei den begehrtesten Frequenzbereichen leer aus und kam mit vergleichsweise niedrigen Kosten von knapp 284 Millionen Euro davon. Die Branche befürchtet, durch die entstehenden Kosten würden Investitionen in den Netzausbau behindert und somit letztlich der Ausbau eher verzögert.

Bis zum 4. Oktober 2013 haben die Mobilfunknetzbetreiber Zeit, auf den Konsultationsentwurf zu reagieren und ihr Stellungnahme einzureichen.

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