Finazierung

Fonds zur Atommüll-Entsorgung: Chefin meldet positive Entwicklung

Die Atommüll-Entsorgung wird Milliarden Euro kosten. Die großen Atomkonzerne haben daher vor knapp zwei Jahren Gelder in einen Staatsfonds überwiesen. Laut der Vorstandschefin des Fonds ist die Finanzierung mit hoher Wahrscheinlichkeit sichergestellt.

Atomenergie Gefahr© dasglasauge / Fotolia.com

Berlin - Der milliardenschwere Staatsfonds zur Atommüll-Entsorgung sieht sich zwei Jahre nach seiner Gründung auf Kurs. Die Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung sei aus heutiger Sicht mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sichergestellt, sagte die Vorstandschefin des Fonds, Anja Mikus, am Dienstag in Berlin.

Atomkonzerne zahlten Milliarden in den Staatsfonds ein

Die Atomkonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall hatten 2017 insgesamt knapp 24 Milliarden Euro für die Zwischen- und Endlagerung des Nuklearmülls an den Staatsfonds überwiesen. Die Milliardensumme wird von Investment-Spezialisten verwaltet. Daraus sollen die Kosten für Zwischenlager und das geplante Atom-Endlager beglichen werden. Der Fonds geht auf Vorschläge der Atomkommission von 2016 zurück. Bis Ende 2022 werden alle Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet.

Fonds-Volumen soll mit Geldanlagen gesteigert werden

Der Fonds arbeitet sehr langfristig. Ziel ist es, bis zum Jahr 2100 das Volumen durch Geldanlagen auf rund 169 Milliarden Euro zu steigern. Diese Summe ist laut Prognosen für die Entsorgung nötig. Bisher wurden vor allem für die Zwischenlagerung rund 460 Millionen Euro gezahlt.

Mikus sagte, bis zur Jahresmitte 2019 seien rund 9 Milliarden Euro des Fondsvermögens investiert. Die durchschnittliche Wertentwicklung auf das investierte Vermögen liege bei 6,2 Prozent.

Aktien-, Staats- und Immobilienanleihen: Fonds hat eine breite Streuung

Der Fonds hat bei den Investments weltweit eine breite Streuung. Er hat zum Beispiel in Aktien, Staats- und Immobilienanleihen investiert - Atomkraft ist nicht darunter. Auch eine Beteiligung an Infrastrukturprojekten etwa im Bereich der Energiewende gilt als möglich. Bereits in diesem Jahr und damit ein Jahr früher als geplant soll der Fonds nach Anlaufkosten einen Gewinn erwirtschaften.

Quelle: DPA

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