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Fast jeder vierte Europäer ist von Armut bedroht

Eurostat hat erneut untersucht, wie sehr Armut die Menschen in Europa betrifft. Demnach sind über 23 Prozent im vergangenen Jahr bedroht gewesen. Das geringste Risiko soll für die Menschen in Tschechien bestehen.

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Luxemburg - Fast jeder vierte EU-Bürger ist von Armut bedroht. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Statistikbehörde Eurostat vom Montag hervor. Demnach waren 119 Millionen Menschen - das sind 23,7 Prozent der EU-Bevölkerung - 2015 betroffen. Im Jahr 2012 lag der Anteil noch bei fast 25 Prozent, seitdem ging er kontinuierlich zurück.

In diese Kategorie fallen laut Eurostat Menschen, die etwa auch nach der Zahlung von Sozialleistungen ein vergleichsweise niedriges Einkommen aufweisen oder es sich nicht leisten können, ihre Wohnungen regelmäßig zu heizen und Telefonrechnungen zu bezahlen.

Rund 25 Millionen Kinder und Jugendliche sind betroffen

Insbesondere Minderjährige sind nach Angaben der EU-Kommission von Armut bedroht. Betroffen waren demnach rund 25 Millionen Kinder und Jugendliche. Im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen bekämen sie am stärksten die Auswirkungen zu spüren, sagte die zuständige EU-Kommissarin Marianne Thyssen.

Niedrigste Armuts-Quote in Tschechien

Insgesamt lag die Quote der von Armut und sozialer Ausgrenzung bedrohten Menschen in Bulgarien (41,3 Prozent) und Rumänien (37,3 Prozent) am höchsten. Griechenland verzeichnete seit Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 den höchsten Anstieg, von 28,1 auf 35,7 Prozent.

Die niedrigste Quote wies Tschechien auf (14 Prozent). In Deutschland waren 20 Prozent der Bevölkerung - etwa 16 Millionen Menschen - im Jahr 2015 von Armut bedroht.

Quelle: DPA

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