Bericht

Fast jede zweite Erwerbsminderungsrente wird abgelehnt

Anträge auf Erwerbsminderungsrente werden häufig abgelehnt, so ein Bericht der "Passauer Neue Presse". Etwa 43 Prozent bekommen einen negativen Bescheid. Der Zugang muss leichter werden, fordert eine Sozialexpertin der Linken.

GeldnotSymbolbild© Wavebreakmedia / Fotolia.com

Berlin - Fast jeder zweite Antrag auf Erwerbsminderungsrente wird abgelehnt. Im vergangenen Jahr seien 43 Prozent der Anträge negativ beschieden worden, berichtet die "Passauer Neue Presse" (Mittwoch) unter Berufung auf die Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Von 344.467 erledigten Neuanträgen seien 147.974 zurückgewiesen worden. Im Vorjahr sei die Ablehnungsquote bei 42,4 Prozent gelegen. 2017 habe die durchschnittliche Höhe der Bezüge 754 Euro bei voller und 412 Euro bei teilweiser Erwerbsminderung betragen.

Wann bekommt man Erwerbsminderungsrente?

Medizinische Voraussetzung für eine teilweise Erwerbsminderungsrente ist, dass jemand wegen Krankheit oder Behinderung weniger als sechs Stunden täglich arbeiten kann - nicht nur in seinem erlernten Beruf, sondern generell. Wer weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann, bekommt eine volle Erwerbsminderungsrente.

Linke fordert höhere Leistungen

Die Linken-Sozialexpertin Sabine Zimmermann forderte in der Zeitung eine Erhöhung der Leistungen. Dies sei "dringend geboten", sagte sie. Die von der große Koalition unternommenen Schritte in diese Richtung reichten nicht aus. Zudem müsse der Zugang zur Erwerbsminderungsrente leichter werden. "Es kann nicht sein, dass fast jeder Zweite weggeschickt wird. Menschen, die sich kaputt gearbeitet haben, müssen abgesichert aus dem Erwerbsleben ausscheiden können und Zugang zu auskömmlichen Versicherungsleistungen erhalten."

Quelle: DPA

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