Verbraucherpreise

Fallende Ölpreise dürften Inflation niedrig halten

Die sinkenden Ölpreise dürften im laufenden Monat auch die Inflation niedrig halten. Verbraucher profitieren von den gesunkenen Preisen bei Benzin und Heizöl. Die Währungshüter allerdings sind alarmiert, weil die Inflation deutlich von der eigentlichen Zielmarke abweicht.

Stromhandel© Christoph Busse / EEX

Wiesbaden (dpa/red) - Sinkende Energiepreise dürften die Inflation in Deutschland auch im August sehr niedrig gehalten haben. Nachdem die jährliche Teuerungsrate im Mai noch bei 0,7 Prozent gelegen hatte, fiel sie bis Juli wieder auf 0,2 Prozent. Am Nachmittag berichtet das Statistische Bundesamt in einer vorläufigen Schätzung, ob sich der Abwärtstrend im August fortgesetzt hat.

Sinkende Preise bei Benzin und Heizöl

Gegen stärker steigende Verbraucherpreise spricht, dass etwa die Ölpreise zuletzt weiter gesunken sind. Diese Entwicklung spüren auch Autofahrer in Deutschland: Ein Liter E10 kostet nach Zahlen des ADAC derzeit 1,363 Euro, ein Monat zuvor waren es noch 1,447 Euro.

Schon im Juli hatten sich leichtes Heizöl (minus 22,4 Prozent) und Sprit (minus 7,1 Prozent) gegenüber dem Vorjahr deutlich verbilligt. Die niedrige Inflation stärkt die Kaufkraft der Verbraucher, zumal die Tarifabschlüsse in diesem Jahr weit über der Preissteigerungsrate liegen.

Inflation ist weit von Zielmarke entfernt

Den Währungshütern bereitet die Entwicklung dagegen Kopfzerbrechen. Denn die Inflation in Deutschland und im Euroraum ist weit entfernt von der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB), die ein stabiles Preisniveau bei knapp unter 2,0 Prozent anstrebt. Um diesen Wert wieder zu erreichen, pumpt die EZB seit Anfang März vor allem über den Kauf von Staatsanleihen pro Monat etwa 60 Milliarden Euro in den Markt.

Zuletzt hatte EZB-Chefvolkswirt Peter Praet eingeräumt, dass die schwache Preisentwicklung den Währungshütern Sorge bereite. Die EZB sei notfalls aber zu weiteren geldpolitischen Schritten bereit, sagte Praet: "Es sollte keine Zweifel geben bezüglich des Willens und der Fähigkeit des EZB-Rates zu handeln, falls es nötig wird."

Quelle: DPA

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