Bis 2010

Experten: Erneuerbare Energien kompensieren Atomausstieg

Laut Harry Lehmann, Energieexperte im Umweltbundesamt, können Wind- und Wasserkraftwerke sowie Solar- und Biogasanlagen bis zum Jahr 2010 etwa 50 Milliarden Kilowattstunden Strom mehr erzeugen als momentan. Damit könnten sie den Atomertrag von 33 Milliarden Kilowattstunden locker kompensieren.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die durch den Ausstieg aus der Atomenergie entstehende Stromversorgungslücke kann nach Ansicht von Experten durch erneuerbare Energien mehr als kompensiert werden. Bis 2010 würden Wind- und Wasserkraftwerke sowie Solar- und Biogasanlagen jährlich 50 Milliarden Kilowattstunden mehr Strom liefern als im Jahr 2000, erläuterte der Energieexperte des Umweltbundesamtes, Harry Lehmann, am Mittwoch in Berlin. Die sechs Atomkraftwerke, die bis 2010 stillgelegt sein sollen, lieferten jährlich zusammen nur 33 Milliarden Kilowattstunden.

Den Verbraucher belasten alternative Energien nach Angaben der Informationskampagne für Erneuerbare Energien nicht zusätzlich. Weil es das Erneuerbare-Energien-Gesetz gebe, falle die Stromrechnung eines Durchschnittshaushaltes mit einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden jährlich heute schon um knapp acht Euro geringer aus. Angesichts immer knapper werdender Ressourcen bei Öl und Gas senkten alternative Energien zudem die Nachfrage und wirkten somit weiteren Preisanstiegen entgegen. Russisches Erdgas ließe sich bereits zur Hälfte durch heimisches Biogas ersetzen.

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