Preissteigerungen

EU will Mindestpreis für Alkohol einführen

Alkohol macht lustig - so heißt es zumindest und für viele Menschen gehören alkoholische Getränke einfach zu einer Feierlichkeit dazu.

Geld ausgeben© Peter Atkins / Fotolia.com

"Alkohol macht lustig" - so heißt es zumindest und für viele Menschen gehören alkoholische Getränke einfach zu einer Feierlichkeit dazu. Allerdings kann der beliebte Stoff auch fürchterliche Nebenwirkungen mit sich bringen und auch Suchterkrankungen. Um den Alkoholkonsum in Europa weiter einzuschränken, will der EU-Gesundheitsausschuss einen Mindestpreis für Alkohol einführen.

Senken hohe Preise den Konsum?

Dass die Idee für Zündstoff sorgen wird, ist eigentlich schon vorprogrammiert. Während Suchtexperten hohe Preise für ein geeignetes Mittel zur Senkung des Konsums halten, stellen sich die Brauereien dagegen. Der Brauereiverband NRW hält die Maßnahme für sinnlos: "Hohe Preise allein halten einen Menschen nicht von einem Missbrauch ab", sagte Geschäftsführer Jürgen Witt dem Westdeutschen Rundfunk. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm vertritt eine völlig andere Meinung. Laut der stellvertretenden Geschäftsführerin Gabriele Bartsch belegten mehrere Studien, dass eine Preiserhöhung ein wirksames Mittel darstelle.

Es gibt aber noch eine weitere Frage, bei der Uneinigkeit besteht. Ist das EU-Parlament überhaupt zuständig, wenn es um die Bekämpfung von Alkoholmissbrauch geht? Der Brauereiverband NRW verneint diese Frage. Die sauerländische Veltins-Brauerei unterstützt diesen Standpunkt: Die Voraussetzungen der Mitgliedsstaaten bei der Aufklärung zum Thema Alkohol und Sucht seien zu unterschiedlich.

Mindestalter für den Konsum

Das EU-Parlament sieht weiterhin vor, für den Alkoholkonsum ein gesetzliches Mindestalter von 18 Jahren festzulegen sowie Hersteller zu Warnhinweisen und zusätzlichen Nährwertangaben zu verpflichten. Die Einführung des Mindestalters hält Witt vom Brauereiverband für unnötig: "Wir haben mit unserem Jugendschutzgesetz beste Erfahrungen gemacht." Dem widerspricht die Hauptstelle für Suchtfragen. Der Alkoholkonsum sollte Bartsch zufolge erst mit 21 Jahren erlaubt sein, "weil das Gehirn bis zu diesem Alter immer noch in der Entwicklung steckt."

Das EU-Parlament soll Ende April über den Vorschlag zu Mindestpreis und –alter abstimmen.

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