Empfehlung

EU will Breitband-Internet übers Stromnetz pushen

Der bislang nur in wenigen Ballungsräumen etablierte schnelle Internetzugang über das Stromnetz soll nach dem Willen der EU-Kommission bessere Rahmenbedingungen erhalten.

Datenübertragung© Ariusz / Fotolia.com

Die Nutzung von Stromleitungen für die Bereitstellung günstiger Breitband-Internetzugänge soll einfacher werden. Dazu hat die EU-Kommission am Wochenende eine Empfehlung veröffentlicht. Diese Empfehlung richtet sich an die Mitgliedsstaaten und soll die Regeln für die Übertragung von elektronischen Kommunikationsdaten über Stromleitungen klarstellen.

Durch die Marktöffnung für neue Betreiber, die schnelle Breitband-Internetverbindungen über das Stromnetz anbieten wollen, möchte die Kommission den Wettbewerb ankurbeln. Bisher konnte sich der Internetzugang über Stromleitungen erst in wenigen Ballungsgebieten etablieren. Doch das Potenzial ist erheblich, denn EU-weit gibt es mehr als 200 Millionen Stromleitungen, die direkt in Haushalten, Schulen und Unternehmen enden.

Dazu EU-Vizepräsident Günter Verheugen, Kommissar für Unternehmen und Industrie: "Innovative Technologien sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Tragfähigkeit unter Beweis zu stellen und zum Wachstum in Europa beizutragen. Voraussetzung dafür sind aber klare und ausgewogene rechtliche Rahmenbedingungen zur Gewinnung neuer Unternehmen und neuer Investitionen für den Markt der Breitbandkommunikation über Stromleitungen." Die aktuelle Kommissionsempfehlung soll die nötige Klarheit schaffen, so Verheugen.

Durch die EU-weite Liberalisierung der Energiemärkte erhalten die Stromversorgungsunternehmen neue Möglichkeiten, um ihre vorhandenen Versorgungsnetze und Stromleitungen zum Aufbau alternativer Breitbandzugänge zu nutzen. In vielen Fällen stellte die Unsicherheit hinsichtlich der Regeln für diesen Markt bislang eine Markteintrittsschranke dar. Um für klare Regelungen zu sorgen, habe die Kommission diese Empfehlung und die entsprechenden Durchführungsbestimmungen zuvor ausführlich mit den EU-Mitgliedstaaten erörtert, hieß es aus Brüssel.

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