Verärgerte Konkurrenten

EU: Wettbewerbsverzerrung bei DSL-Anschlüssen?

Die Brüsseler EU-Kommission hat mal wieder ein wachsames Auge auf Deutschland. Dieses Mal sind die möglicherweise wettbewerbsverzerrenden DSL-Preise der Deutschen Telekom den Kommissaren ein Dorn im Auge.

Mann Laptop© Crashoran / Fotolia.com

Mario Monti, der für Telekommunikation zuständige Wettbewerbskommissar der EU, lässt nach Angaben aus Kommissionskreisen derzeit die DSL-Preise der Deutschen Telekom untersuchen. Das berichtet die Financial Times Deutschland am Mittwoch. Monti soll dem Bericht zufolge eine Beschwerde vorliegen, wonach der deutsche Marktführer mit seiner Preispolitik einen reellen Wettbewerb im Breitbandmarkt behindert.

Die Kommissare gehen laut FTD einer Beschwerde des Kölner DSL-Anbieters QSC nach. Der Kölner Telekom-Konkurrent, der selbst ein eigenes Netz betreibt, ärgert sich seit Jahren darüber, ebenso wie andere Anbieter für den Zugang zum Breitbanddienst mehr bezahlen zu müssen als Privatkunden der Telekom. Diese "Preiskostenschere" sollen die Kommissare jetzt unter die Lupe nehmen, hieß es. Ein offizielles Verfahren sei allerdings noch nicht eingeleitet worden. Sollte jedoch ein Verfahren folgen, könnte die Telekom Ärger bekommen, denn die EU-Kommissare sitzen am längeren Hebel.

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Dies ist nicht das erste Mal, dass die Deutsche Telekom ins Visier der Brüsseler Wettbewerbshüter gerät. Im letzten Jahr war wegen fast gleichlautender Vorwürfe ein Verfahren zu den Preisen im Ortsnetzbereich eingeleitet worden. Der deutsche Marktführer sieht sich jedoch nach wie vor auf der sicheren Seite. Die Preise seien von der Regulierungsbehörde und nicht vom Unternehmen so festgelegt worden - und lägen zudem unter den von der Telekom selbst dokumentierten Preisen.

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