Der Tagesspiegel

EU-Kommissar kritisiert Union und FDP wegen Haltung zu erneuerbaren Energien

Die Europäische Union wird die Kyoto-Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen vermutlich nicht einhalten. "Unser Energiemix ist für Kyoto nicht optimal", sagte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe) in Berlin. Gleichzeitig kritisierte er CDU und FDP für ihre Haltung zur Förderung Erneuerbarer.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Europäische Union wird die Kyoto-Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen vermutlich nicht einhalten. "Unser Energiemix ist für Kyoto nicht optimal", sagte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe). "Es kann sein, dass wir die Ziele später erreichen werden als gedacht."

Vor allem beim Ausbau der erneuerbaren Energien bleibe Europa hinter seinen Plänen zurück. "Wir hatten uns das Ziel gesetzt, dass die Erneuerbaren bis 2010 an der Stromerzeugung 22 Prozent ausmachen", sagte Piebalgs. "Ich halte nun nur noch 18 bis 19 Prozent für realistisch."

Piebalgs übte gleichzeitig indirekt Kritik an den Plänen von Union und FDP, die Förderung der erneuerbaren Energien zurückzufahren. "Manche Leute beklagen, dass zu viel gefördert wurde. Ich sehe das nicht so." Deutschland habe ganz Europa gezeigt, wie viel man mit den Erneuerbaren erreichen könne. Piebalgs räumte aber ein, dass es in der Hand der deutschen Regierung liege, das Fördersystem zu ändern.

In der Steinkohlepolitik stellte sich der Kommissar hingegen hinter CDU und FDP, die die Subventionen zurückfahren wollen. "Die Energieunternehmen kaufen Steinkohle auf dem Markt - egal, wo sie herkommt." Europa brauche die deutsche Steinkohle nur, wenn sie konkurrenzfähig ist. "Was zählt, ist der Preis", sagte Piebalgs. "Es gibt genug Steinkohle auf dem Weltmarkt."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Umweltschutz

    EU bringt Label für grüne Investments auf den Weg

    "Grüne" Investments sollten bald ein eigenes Label erhalten. Darauf einigten sich die Mitgliedsstaaten der EU. Außerdem sollen innovative Klimaschutzmaßnahmen gefördert werden. Das Geld dafür soll aus den Erlösen des Emissionshandels kommen.

  • Tagebau

    Kohlekommission entscheidet fast einstimmig

    21 Stunden haben die Mitglieder der Kohlekommission diskutiert und letztendlich tatsächlich fast einstimmig entschieden. Demnach soll Ende 2038 der Ausstieg aus der Kohleverstromung geschafft sein. Welche Punkte gehören sonst zum Ausstiegsplan?

  • Stromtarife

    swb Bremerhaven wird GreenLight-Partner der EU

    Das GreenLight-Programm wurde von der Generaldirektion Energie und Verkehr der Europäischen Kommission aufgelegt. Es zeichnet private und öffentliche Organisationen aus, die den Stromverbrauch von Beleuchtungsanlagen durch Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz erheblich reduziert haben.

  • Hochspannungsleitung

    RWI: Auslaufen der Steinkohle-Beihilfen sinnvoll

    Ein langfristig geplantes Auslaufen der Steinkohlesubventionen ist auch nach Meinung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) volkswirtschaftlich sinnvoll. Es müsse dabei nicht zwangsläufig zu einer signifikanten Erhöhung der Arbeitslosenzahlen im Revier führen.

  • Strom sparen

    Erneuerbare Energien: CDU-Länderminister gegen Merkel-Pläne

    Insbesonder CDU-Politiker auf Länderebene lehnen die Pläne von CDU-Chefin Angela Merkel, die Förderung erneuerbarer Energien zu kürzen, ab. Für eine "hektische Reformdiskussion" gäbe es keinen Anlass, sagte beispielsweise der neue schleswig-holsteinische Umweltminister Christian von Boetticher.

Top