Umwelt

EU bringt Label für grüne Investments auf den Weg

"Grüne" Investments sollten bald ein eigenes Label erhalten. Darauf einigten sich die Mitgliedsstaaten der EU. Außerdem sollen innovative Klimaschutzmaßnahmen gefördert werden. Das Geld dafür soll aus den Erlösen des Emissionshandels kommen.

Umweltschutz© Beboy / Fotolia.com

Brüssel - Die EU steckt bis 2030 zehn Milliarden Euro in die Entwicklung von Klimaschutztechnik. Das Geld kommt aus der Versteigerung von Verschmutzungsrechten der Industrie und Energiewirtschaft, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Unterhändler des EU-Parlaments und der Mitgliedsstaaten einigten sich zudem auf neue Regeln, um "grüne" Investments zu fördern und so zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens beizutragen.

Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu senken. Damit will sie Zusagen aus dem Pariser Klimaabkommen von 2015 umsetzen. Die EU-Kommission hat zudem vorgeschlagen, bis 2050 eine "klimaneutrale" Wirtschaftsweise erreichen.

Milliarden aus Erlösen aus Klimaschutzzertifikaten

Um diesen langfristigen Umbau der Wirtschaft auf die Spur zu setzen, soll ein Innovationsfonds mit Erlösen von 450 Millionen Zertifikaten im EU-Emissionshandel gespeist werden. Dies und übrig gebliebene Mittel aus einem Vorläuferprogramm sollen zusammen zehn Milliarden Euro für die Jahre 2020 bis 2030 ergeben.

Ausgegeben werden sollen sie für "innovative Klimaschutzmaßnahmen", wie die Kommission mitteilte. Konkret geht es um neue Technologie wie die Abscheidung und Lagerung von Kohlendioxid, erneuerbare Energien und technische Erneuerung energieintensiver Industrien. 2020 soll eine Bewerbungsrunde für Projekte ausgeschrieben werden.

Label für "grüne" Investments

Bei der Förderung "grüner" Investments geht es dagegen um Finanzanlagen in Firmen, die bestimmte Kriterien erfüllen. Ein "Paris-Label" soll Investments kennzeichnen, die mit dem Klimaabkommen im Einklang stehen. Dazu soll von Experten eine Liste von Unternehmen erstellt werden, die nachweisen können, dass sie sich nach dem 1,5-Grad-Ziel des Abkommens richten.

Im Pariser Abkommen ist vorgesehen, die Erderwärmung möglichst auf anderthalb Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Schätzungen der EU-Kommission zufolge müssen pro Jahr etwa 180 Milliarden Euro klimafreundlich investiert werden.

Der CSU-Finanzexperte im Europaparlament, Markus Ferber, begrüßte die Einigung, die noch formal von den EU-Institutionen gebilligt werden muss. "Wir haben für nachhaltige Benchmarks klare Rahmenbedingungen geschaffen - das ist auch im Sinne der Verbraucher und Nutzer", erklärte er.

Weitere Maßnahmen für nachhaltige Finanzmärkte

Die EU-Kommission hatte im vergangenen Jahr eine ganze Reihe an Vorschlägen für nachhaltigere Finanzmärkte gemacht. So war auch vorgesehen, dass Unternehmen und Banken, die Anlagen im Namen ihrer Kunden verwalten, diesen detailliert Auskunft über die Klimaauswirkungen einzelner Anlagen geben. Hierzu laufen die Verhandlungen zwischen dem Europaparlament und den EU-Staaten noch.

Quelle: DPA

Das könnte Sie auch interessieren
  • Erde

    CO2-Preis oder Steuer: "Wirtschaftsweisen" beraten den Bund

    Der Ausstoß an CO2 muss zum Erreichen der Klimaziele deutlich gesenkt werden. Zwei heftig diskutierte Instrumente sind der CO2-Preis und die CO2-Steuer. Die "Wirtschaftsweisen" haben ihre Empfehlungen an die Bundesregierung weitergegeben.

  • Wald

    Mehr Klimaschutz: Kabinett legt Maßnahmen vor

    Um den Klimaschutz in Deutschland zu verbessern, hat ein spezielles Kabinett über unterschiedlich Maßnahmen beraten. Zahlreiche Vorschläge wurden nun vorgestellt. Zusammengenommen würden dafür Milliarden an Kosten entstehen.

  • Tagebau

    Kohlekommission entscheidet fast einstimmig

    21 Stunden haben die Mitglieder der Kohlekommission diskutiert und letztendlich tatsächlich fast einstimmig entschieden. Demnach soll Ende 2038 der Ausstieg aus der Kohleverstromung geschafft sein. Welche Punkte gehören sonst zum Ausstiegsplan?

  • Umweltschutz

    Deutschland verdoppelt Beitrag für Weltklimafonds

    Deutschland wird seinen Beitrag für den Weltklimafonds deutlich erhöhen. Mit dem 2010 ins Leben gerufenen Fonds wollen die Industriestaaten Maßnahmen finanzieren, um dem Klimawandel entgegen zu wirken.

  • Auspuff

    Großbritannien kündigt Aus für Diesel-Autos an

    In Großbritannien sollen ab 2040 keine Diesel- und Benzinfahrzeuge verkauft und ab 2050 auch nicht mehr gefahren werden. Das kündigte Umweltminister Michael Gove an.

Top