Stromversorgung

EU billigt Notfall-Kraftwerke im Zuge der Energiewende

Falls es im Zuge der Energiewende zu Engpässen bei der Stromversorgung kommen sollte, will die Bundesregierung Kraftwerke in Reserve halten. Die Betreiber der Anlagen sollen dafür bezahlt werden. Das prüfte die EU-Kommission genauer, denn dadurch kommen Mehrkosten auf Stromverbraucher zu.

Energiewende© Stefan Ouwenbroek / Fotolia.com

Brüssel - Die EU-Kommission hat den Plan der Bundesregierung gebilligt, im Zuge der Energiewende bis 2025 Kraftwerke für Notfälle in Reserve zu halten und die Betreiber dafür zu bezahlen. Die Kosten dafür kommen auf die Stromkunden zu. Die Brüsseler Wettbewerbshüter genehmigten die Kapazitätsreserve am Mittwoch.

Netzbetreiber organisieren Stromversorgung über Notfall-Kraftwerke

Insgesamt soll in Deutschland ab Oktober 2019 eine Kapazität von zwei Gigawatt Kraftwerksleistung für "extreme und unvorhergesehene Entwicklungen" vorgehalten werden. Gemeint sind außergewöhnliche Engpässe beim Umstieg auf erneuerbare Energien und der Abschaltung der letzten deutschen Atomkraftwerke. Organisiert wird das von den Netzbetreibern, die die Kosten auf alle Stromkunden umlegen dürfen.

Prüfung wegen der Mehrkosten für Stromkosten

Die EU-Kommission nahm den Plan unter die Lupe, weil durch die Bezahlung für ruhende Kraftwerke in den Strommarkt eingegriffen wird und Verbrauchern Mehrkosten drohen. Die deutschen Pläne seien aber mit Beihilferegeln zu vereinbaren, erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Die Kosten für Stromkunden würden durch eine offene Ausschreibung alle zwei Jahre "unter Kontrolle gehalten". Insgesamt könnten solche Kapazitätsmechanismen zur Sicherheit der Stromversorgung beitragen. Die Kommission billigte gleichzeitig ähnliche Pläne in Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien und Polen.

Quelle: DPA

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