Initiative

Erneuerbare Energien sollen Strom- und Benzinpreise senken

Der Weg aus der Abhängigkeit vom Öl ist - zumindest nach Auffassung des Bundesverbandes Erneuerbarer Energien (BEE) - ganz einfach: Die Nutzung erneuerbarer Energieträger verstärken und die Energieeffizienz erhöhen. Damit wären die Verbraucher zudem unabhängig von steigenden Preisen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die verstärkte Nutzung von erneuerbaren Energien bietet nach Auffassung des Bundesverbandes Erneuerbarer Energien (BEE) Möglichkeiten, den steigenden Strom-, Gas- und Kraftstoffpreisen entgegenzutreten. "Weg vom Öl heißt für alle Verbraucher weg von ständig steigenden Preisen", sagte Holger Krawinkel vom zum BEE gehörenden Bundesverband der Verbraucherzentralen am Dienstag in Berlin.

Das Argument, erneuerbare Energien seien zu teuer, wies Krawinkel zurück. Die Mehrkosten im Strombereich lägen für die Haushalte bei 2,8 Prozent des Strompreises, was etwa 1,50 Euro im Monat ausmache. Man habe in Deutschland ganz andere Kostentreiber, erläuterte er und verwies auf die hohen Netzentgelte der großen Versorger. Um langfristig gegen hohe Energiekosten vorzugehen, gebe es neben der Erhöhung der Energieeffizienz nur die Förderung von erneuerbaren Energien.

Der ebenfalls dem BEE-Bündnis angehörende Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft sieht vor allem die Chance, durch gesteigerten Wettbewerb zu günstigeren Preisen zu kommen. "Unser Ziel muss es sein, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen und die marktbeherrschende Stellung der großen vier zu brechen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Behnke mit Blick auf die großen Stromkonzerne E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall Europe.

Nach BEE-Angaben haben erneuerbare Energien beim deutschen Gesamtenergieverbrauch die Kernkraft im ersten Halbjahr 2005 erstmals überholt. "Während die Kernkraft seit Jahren konstant weniger als sechs Prozent des deutschen Gesamtenergieverbrauchs liefert, konnte die Produktion aus Wind, Wasserkraft, Sonne, Bioenergie und Erdwärme auf 6,4 Prozent des Bedarfs an Strom, Wärme und Kraftstoffen gesteigert werden", sagte BEE-Geschäftsführer Milan Nitzschke.

Gleichzeitig hat sich den BEE-Angaben zufolge die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche seit 1998 auf 150 000 mehr als verdoppelt. "Nirgendwo sonst verzeichnen wir so einen Boom an zukunftsfähigen Arbeitsplätzen", sagte der geschäftsführende IG-Metall-Vorstand Wolfgang Rohde. Die Gewerkschaft gehört dem Bündnis ebenfalls an.

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