Preissteigerungen

Erhebliche Mehrkosten für Sanierung der Berliner Charité

Medienberichten zufolge wird die Sanierung des Bettenturms der Berliner Charité den Steuerzahler mindestens 17,5 Millionen Euro mehr kosten als eigentlich geplant.

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Medienberichten zufolge wird die Sanierung des Bettenturms der Berliner Charité den Steuerzahler mindestens 17,5 Millionen Euro mehr kosten als eigentlich geplant. Allerdings würde es noch viel teurer werden, wenn man so manche Politikerwünsche berücksichtigt hätte.

Für die vorher genehmigte Summe wollte es keiner machen

Dass gut 17,5 Millionen Euro mehr als geplant für die Sanierung des Bettenhochhauses anfallen werden, steht nach der jüngsten Aufsichtsratssitzung des Klinikums am Montag fest. Danach hieß es, man habe sich auf das wirtschaftlichste Angebot geeinigt, das 202,5 Millionen Euro betrage. Für die 185 Millionen Euro, die der Staat Berlin im Jahr 2010 genehmigt hatte, habe sich kein Bauunternehmer gefunden, hieß es. Nach Angaben der Klinik habe die Verteuerung auch daran gelegen, dass ziemlich wenige Unternehmen  mitgeboten hätten. Von der geringen Zahl an Bietern sei man überrascht worden. Weil sich trotz der europaweiten Ausschreibung ein Jahr lang niemand fand, der das Projekt übernehmen wollte, könnten die Bauarbeiten auch erst im Januar beginnen.

Bauunternehmer müsse mehr Risiken tragen als üblich

Doch es gibt noch einen weiteren Grund für die recht erheblichen Mehrkosten, die nun anfallen werden. Denn die Charité bürdet dem Generalunternehmer, der die Sanierung des Bettenhauses durchführt und plant, eine Reihe von Risiken auf - angeblich mehr als sonst üblich. So müsse das ausgewählte Baukonsortium etwa für Pannen haften. Allerdings ließe sich nicht jeder denkbare Fall absichern: Wenn etwa während der Grabungen antike Artefakte gefunden werden sollten, könne man den Bauunternehmer nicht in die Haftung nehmen.

Einige Politiker wollten es noch ein bisschen teurer

Der Aufsichtsrat des Klinikums hat sich für den Zuschlag des jetzt günstigsten Angebotes ausgesprochen, aber die Bedingung gestellt, dass der Berliner Senat die Summe nachschießt. Übrigens: Dem Vernehmen nach wäre es wohl noch viel teurer geworden, wenn die Charité den Vorschlägen mancher Politiker nachgegeben hätte. Bis zu 50 Millionen Euro hätte man dann zusätzlich auf den Tisch legen müssen. Diese Summe hätten Baufirmen hochgerechnet, hieß es.

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