Energy Brainpool

Erdgaspreis hat nur wenig Einfluss auf Stromkosten

Wenn Russland den Erdgaspreis nach oben schraubt, nimmt das kaum einen Einfluss auf die Strompreise in Deutschland, ermittelte aktuell Energy Brainpool anhand eines Energiemarktmodells. Vor allem sei dieser Umstand auf den Umstieg auf die Erneuerbaren zurückzuführen. Der in Deutschland genutzte Strom wird nur noch zu einem geringen Anteil in Gaskraftwerken produziert.

Geld© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Nach den Sanktionen gegen Russland durch die EU droht die russische Regierung mit Erhöhung der Erdgaspreise. Energy Brainpool analysierte in diesem Zusammenhang die möglichen Auswirkungen einer Preiserhöhung von Erdgas auf die Entwicklung der Strompreise an der Börse. Anhand des Energiemarktmodells Power2Sim wurden die Strompreise bis 2020 modelliert.

Geringe Auswirkung auf den Strompreis

Die Ergebnisse zeigen, dass bei einer Erhöhung der Gaspreise im Jahr 2015 um knapp 65 Prozent auf 40 Euro/MWh die Großhandelspreise für Strom im Jahresdurchschnitt um 8,50 Euro/MWh ansteigen würden. In den Folgejahren würden sich die Strompreise auf diesem Niveau einpendeln bzw. bis 2020 einen Rückgang auf ca. 35 Euro/MWh verzeichnen. Für den Haushaltsendkunden hätte die Erdgaspreiserhöhung ebenfalls nur einen geringen Einfluss: ein durchschnittlicher Dreipersonenhaushalt müsste 2015 mit einer Erhöhung der jährlichen Stromkosten um ca. 25 Euro rechnen.

Wenige Gaskraftwerke produzieren Strom

Die Preiserhöhung hätte ebenfalls marginale Auswirkung auf den Gasverbrauch, so Energy Brainpool. Dieser würde im Jahr 2015 um ca. zwei TWh (0,2 Prozent) sinken. Gründe für den geringen Einfluss der Erdgaspreise auf die Strompreise sind laut Energy Brainpool unter anderem die erhöhte Einspeisung von Strom durch Anlagen der erneuerbaren Energien. Nur wenige Gaskraftwerke werden zur Stromerzeugung eingesetzt, zudem ermöglichen die Gasspeicherung sowie alternative Energiequellen Flexibilität, so Geschäftsführer Tobias Federico.

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