Preissteigerungen

Energiewende sei schuld an Preissteigerungen bei der Bahn

Die nächste Preisrunde kommt, und der Schuldige steht auch schon fest: die Energiewende.

24.06.2013, 09:00 Uhr
öffentlicher Nahverkehr© Henlisatho / Fotolia.com

Die nächste Preisrunde kommt, und der Schuldige steht auch schon fest: die Energiewende. Bahnchef Rüdiger Grube hat in einem Interview höhere Fahrpreise für Bahnkunden angedeutet und dies mit den gestiegenen Kosten für erneuerbare Energien begründet. So sei ja die ICE-Flotte bereits auf Ökostrom umgestellt worden, sagte Grube.

Umfang der Preiserhöhung noch unbekannt

Von "erheblichen Zusatzkosten" hat Bahnchef Grube am Montag gegenüber der Bild-Zeitung gesprochen, die man nicht so einfach stemmen könne und die sich nicht ignorieren ließen. Neben der steigenden Umlage für Ökostrom seien allerdings auch neue Tarifabschlüsse für die gestiegenen Kosten verantwortlich. Wie stark die Preiserhöhung ausfallen soll, wollte oder konnte Grube noch nicht sagen. Im Herbst wisse man mehr, hieß es.

Viele Züge fahren immer noch mit Kohle- oder Atomstrom

Grube wies erneut darauf hin, dass inzwischen die gesamte ICE-Flotte auf Ökostrom umgestellt worden sei. Alleine das habe Folgekosten von 100 Millionen Euro, sagte Grube. Kunden, die ökologisch reisen wollten, würden de facto dafür bestraft, so der Bahn-Chef weiter. Politiker der Grünen wiesen hingegen darauf hin, dass viele Züge, womöglich sogar der "weitaus größere Teil", weiterhin Strom aus atomaren oder fossilen Quellen beziehe. Deshalb sei es nicht korrekt, eine drohende Preiserhöhung mit der gestiegenen EEG-Umlage zu begründen - von der die Bahn im Übrigen größtenteils befreit sei, anders als private Stromverbraucher in Deutschland.

Ausführliche Infos zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreise

    Netzbetreiber: EEG-Umlage hätte ohne Deckelung bei 9,6 Cent gelegen

    Die EEG-Umlage wäre ohne die Deckelung seitens der Bundesregierung auf über 9 Cent pro Kilowattstunde geklettert, teilten die Übertragungsnetzbetreiber nun offiziell mit. Ursache dafür seien unter anderem die gestiegenen Börsenstrompreise.

  • Strompreise

    Strompreise: im Osten günstiger - im Westen teurer

    Die Strompreise sind in den letzten zwölf Monaten im Osten gesunken und im Westen gestiegen, zeigt der Verbraucherpreisindex von Verivox. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten zahlen die Deutschen in den neuen Bundesländern demnach den kleineren Preis.

  • Ökostrom

    Merkel will Energiewende reformieren

    Es soll eines der ersten Projekte nach der Wahl werden: Die Reform der Energiewende. Die Kanzlerin will ein Ende des Schubladendenkens, eine Reform aus einem Guss. De facto bedeuten Merkels Pläne aber wohl einen gebremsten Ökostrom-Ausbau - weil der Netzausbau nicht hinterherkommt.

  • Klima

    1,2 Milliarden Menschen weltweit ohne elektrischen Strom

    Etwa 1,2 Milliarden Menschen weltweit haben immer noch keinen Zugang zu elektrischem Strom. Das geht aus einem am Dienstag in Washington veröffentlichten Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) und der Weltbank hervor. Darin werden die erzielten Fortschritte als absolut unzureichend bezeichnet.

  • Nachtstromtarife

    Nachtspeicherheizungen werden wieder erlaubt (Upd.)

    Vom Stromfresser zum Stromspeicher: Am Freitagmorgen wurde das Verbot der bislang als klimaschädlich geltenden Nachtspeicherheizungen vom Bundestag aufgehoben. Die Öfen sollen künftig dazu dienen, unregelmäßig eingespeisten Ökostrom zu speichern. Entsprechende Konzepte gibt es bereits.

Alle Tarif- und Preisangaben brutto. Trotz sorgfältiger Erstellung wird für die Richtigkeit keine Haftung übernommen. Beachten Sie Preise und AGB der Anbieter. Alle Angaben ohne Gewähr.

Cookie-Einstellungen

Top