Fachkräftemangel

Energiewende in Gebäuden: 100.000 weitere Handwerker benötigt

Die Energiewende beim Gebäudebestand gehört zu einer der wesentlichen Maßnahmen bei den Anstrenguneng für mehr Klimaschutz in Deutschland. Einer Studie zufolge könnte der Umstieg auf klimafreundlichere Gebäude aber an fehlenden Fachkräften scheitern.

HausfinanzierungGleich mehrere Untersuchungen bestätigen, dass für die energetischen Sanierungen nicht ausreichend Fachkräfte vorhanden sind.© mirpic / Fotolia.com

Berlin - Zum Erreichen der langfristigen deutschen Klimaziele fehlen einer Studie des Öko-Instituts zufolge 100.000 Handwerker für die energetischen Sanierungen von Häusern. Pro Jahr müssten zwei Prozent der Gebäude besser isoliert und klimafreundlicher werden, heißt es in der Studie, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dafür brauche es rund 50 Prozent mehr handwerkliche Fachkräfte für Arbeiten an Fenstern und Außenwänden sowie in der Heizungs- und Anlagentechnik.

Empfehlung: Politik muss sich um Nachwuchs kümmern

"Die Fachkräftesicherung für die Umsetzung der Energiewende muss in der politischen Agenda eine prioritäre Rolle einnehmen", fordern die beiden Autorinnen. Sie empfehlen der Politik, stärker um Nachwuchs im Ausbauhandwerk zu werben und langfristige Planungssicherheit für Unternehmen des Ausbaugewerbes zu schaffen. "Kurzfristige Förderprogramme oder andauernde politische Diskussionen über die Einführung von Instrumenten sind kontraproduktiv", mahnen sie.

Gebäudebestand soll klimaneutral werden

Die Energiewende im Gebäudebereich ist ein wichtiger Baustein der deutschen Klimaschutz-Anstrengungen. Die Bundesregierung will bis 2050 einen "nahezu klimaneutralen" Gebäudebestand. Gebäude, insbesondere Heizungen, Warmwasser und Klimaanlagen, machten 2015 gut ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland aus.

Weitere Studien zum Fachkräftemangel

Auch die Branche selbst weist auf den Fachkräftebedarf hin. Einer Prognos-Studie im Auftrag des Spitzenverbands der Gebäudetechnik VdZ zufolge braucht es in der Branche Sanitär Heizung Klima (SHK) allein bis 2025 rund 20.000 zusätzliche Beschäftigte. 215.000 mögliche zusätzlicher Arbeitsplätze im Bereich energetische Sanierung bis 2050 hat das Forschungsinstitut für Wärmeschutz München (FIW) im Auftrag des Bundesverbandes energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG) errechnet.

Quelle: DPA

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