Energiemarkt

Energieversorger ringen um Serviceführerschaft

Rund 1.100 Stromanbieter kämpfen inzwischen deutschlandweit wegen des zunehmenden Wettbewerbs um Kundschaft, doch bei der Umsetzung hapert es. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Branchenkompass 2010 Energieversorger" von Steria Mummert Consultingin Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Bislang ist der Anteil der Verbraucher, die von ihrem Recht der freien Wahl des Versorgers Gebrauch machen, zwar noch niedrig. So beziehen weiterhin 90 Prozent der deutschen Haushalte Strom von ihrem Grundversorger. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung prognostiziert jedoch eine zunehmende Wechselbereitschaft der Kunden.

Firmen müssen mitziehen

Bestandskunden mit einem guten Angebot und exzellenten Service zu binden wird daher für die Versorger in den kommenden Jahren immer wichtiger. "Dies zeigt, dass sich der Energiemarkt tendenziell von einem Verkäufermarkt zu einem Käufermarkt entwickelt", sagt Norbert Neumann, Senior Executive Manager bei Steria Mummert Consulting. Die Unternehmen scheinen sich jedoch noch nicht an diese Situation angepasst zu haben. Die Umfrageergebnisse zeigen zudem keinen klaren Zusammenhang zwischen der Unternehmensstrategie und den geplanten Investitionen in Vertrieb und Marketing: Selbst Versorger, die die Serviceführerschaft anstreben, planen beispielsweise im Kundenkontaktmanagement kaum höhere Investitionen und schöpfen ihre Möglichkeiten zur Verbesserung damit nicht aus.

Serviceausbau erforderlich

Um im anziehenden Wettbewerb beim Kunden zu punkten, sind gleichzeitig Investitionen in die Serviceprozesse erforderlich. Noch wickeln die meisten Versorger einen wesentlichen Teil ihrer Kundenkommunikation über das Telefon ab. Angebote der Onlinekommunikation hingegen sind bei vielen Energieversorgungsunternehmen wenig entwickelt. "Hier gilt es, nachzulegen", rät Norbert Neumann. "Denn der Informationsbedarf seitens der Kunden steigt, unter anderem durch eine Diversifizierung des Angebots."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreise

    Neuer Versorger beim Umzug: Stromkosten könnten um Millionen sinken

    Bei den Stromkosten werden jährlich Millionen allein dadurch verschenkt, dass Verbraucher selbst bei einem Umzug nicht aktiv einen neuen Energieversorger suchen. Das zeigt eine Auswertung der Tarifexperten von Verivox.

  • Steckdose

    Hohe Stromrechnung: Kunden zahlen beim Grundversorger drauf

    Die Stromrechnung lässt sich deutlich reduzieren, wenn man den Energieanbieter wechselt. Einer Analyse zufolge zahlen Stromkunden mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh, die sich im Grundversorgungstarif des örtlichen Versorgers befinden, knapp 400 Euro drauf.

  • Stromtarife

    DSL und Telefon vom Energieversorger

    Viele Verbraucher können sich vorstellen, DSL oder Telefon von ihrer Energieversorger zu beziehen, wie eine aktuelle Studie zeigt. Demzufolge könnten Kooperationen von Energieversorgern und Telekommunikationsanbietern eine interssante Option sein, um den Kunden Kombinationen aus Strom, Internet und Telefon als Paket anzubieten.

  • Stromtarife

    Strom- und Gaspreise im Bundesländer-Vergleich

    Während die Gaspreise bei vielen Anbietern sinken, bleiben die Strompreise in Deutschland weiter auf hohem Niveau. Jedoch gibts es enorme Preisunterschiede zwischen den Bundesländern, auch die Sparpotenziale unterscheiden sich regional deutlich.

  • Energieversorung

    Renaissance der Stadtwerke: Reaktionen auf Thüga-Deal

    Immer mehr Kommunen setzen wieder auf eigene Energieversorger und kaufen deren Anteile von den Großen der Branche wieder zurück. Auf den am Mittwoch verkündeten Deal zwischen der Thüga-Gruppe und E.ON gibt es fast nur positive Reaktionen.

Top