Gute Konjunktur

Energieverbrauch steigt – Keine Veränderung beim CO2

Der Energieverbrauch in Deutschland hat laut der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen 2017 zugenommen. Tendenziell war der Verbrauch seit 2006 eher rückläufig gewesen. Trotzdem blieben die CO2-Emissionen im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Erneuerbare Energie© Thaut Images / Fotolia.com

Berlin - Der Energieverbrauch in Deutschland ist in diesem Jahr um 0,8 Prozent gestiegen. Das ergab eine Berechnung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB), die am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde. Für den Anstieg des Energieverbrauchs auf 461,5 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten sei vor allem die gute Konjunktur verantwortlich, heißt es in einer Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft. Werden mehr Güter produziert, so muss auch mehr Energie zur Produktion eingesetzt werden, ebenso wie für den Transport der Rohstoffe, Zulieferungen und Endprodukte.

Werte bei CO2-Emissionen gegenüber 2016 stabil

In den Jahren seit 2006 war der deutsche Energieverbrauch unter Schwankungen eher rückläufig, weil die Energie immer effizienter erzeugt und eingesetzt wurde. Doch der Trend ist nicht stabil. Der aktuelle Energieverbrauch bewegt sich in einer ganz ähnlichen Größenordnung wie in den Jahren 2009 und 2012. Der Verbrauch vor allem fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas ist eine Schlüsselgröße für die Klimapolitik, weil diese Energieträger einen Großteil der CO2-Emissionen erzeugen. In diesem Jahr blieben die energiebedingten CO2-Emissionen gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Windkraftanlagen steigerten Produktion deutlich

Die Anteile am nationalen Energiemix haben sich nach den Daten der AGEB verschoben. Auf der Gewinnerseite ganz vorn waren die erneuerbaren Energien, die sechs Prozent mehr zur deutschen Energieversorgung beisteuerten und damit ihren Anteil von 12,5 auf 13,1 Prozent steigerten. Das lag im Wesentlichen an einer kräftig gestiegenen Stromeinspeisung aus Windkraftanlagen um 34 Prozent - viel Wind und neue Anlagen auf See und an Land brachten eine reiche Stromausbeute. Strom ist aber nur ein kleinerer Teil der gesamten Energiepalette. Verkehr, Wärme und Produktion sind weitere wichtige Energieverbraucher.

Energiemix: Mehr Öl und Gas – weniger Kohle und Atomkraft

Die wichtigsten Energieträger bleiben Öl und Gas, die zusammen rund 60 Prozent zum deutschen Energiemix beisteuern und beide zulegten - Öl um drei und Gas um fünf Prozent. Grund ist zum einen der gestiegene Kraftstoffverbrauch, zum anderen der Einsatz von Gas in Kraftwerken zur Wärme- und Stromerzeugung. Das drängte die Steinkohle zurück, die 10,4 Prozent weniger eingesetzt wurde und nun noch 11,0 Prozent zur Energieversorgung beiträgt. Braunkohle verlor nur wenig, Kernenergie dagegen mehr als zehn Prozent. Ihr Anteil liegt noch bei 6,1 Prozent.

Quelle: DPA

Das könnte Sie auch interessieren
  • Windkraft

    Wieder mehr Windkraft: Altmaier ruft Branche und Bürger an einen Tisch

    Bei der Windkraft an Land stagniert der Ausbau nahezu. Im ersten halben Halbjahr 2019 wurden landesweit gerade einmal 86 neue Anlagen an das Stromnetz angeschlossen. Auch die Bundesregierung scheint nun alarmiert.

  • RWE

    Kohle ade: Die Zukunft von RWE ist grün

    RWE glänzt derzeit mit steigenden Gewinnen und einer erfolgreichen Aktienentwicklung. Auf seinem Weg zum Ökostromriesen werden aber eher Investitionen im Ausland als in Deutschland getätigt, so RWE-Chef Rofl Martin Schnitz.. Hierzulande steht noch der Umbau mit Eon und Innogy bevor.

  • Stromvergleich

    EU will auf flexible Stromtarife und Smart Meter setzen

    Die EU will mit flexiblen Stromtarifen und mehr Freiheiten bei der Strompreisgestaltung den Verbrauchern beim Sparen helfen. Außerdem einigten sich die EU-Minister auf weitere Eckpunkte bei der Energiewende.

  • Erde

    UN: Arme Länder entwickeln sich wegen Strommangel nicht weiter

    Ein Mangel an Strom bringt der UN zufolge den Fortschritt in den ärmsten Ländern der Welt zum Erliegen. Die Organisation ruft deshalb dazu auf, die Entwicklungshilfe für diese Länder deutlich auszubauen. Schätzungen zufolge werden allein 34 Milliarden Euro gebraucht, um die Minimalanforderungen zu erfüllen.

  • RWE

    RWE steigert Gewinn - bangen um Kohlemeiler

    Der Essener Energieriese RWE kann sich 2017 über eine deutlich verbesserte Bilanz gegenüber dem Vorjahr freuen. Besorgt zeigt sich Konzernchef Krebber über die politischen Pläne zur Drosselung des Kohlestroms. In Deutschland basiert der Kraftwerkspark der Firma zu 60 Prozent aus Kohlemeilern.

Top