Einpreisung

Energieintensive Industrie will Emissionshandel aussetzen

"Rendite oder Arbeitsplätze" - um diese Frage geht es laut WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM) bei der momentanen Einpreisung der von der Bundesregierung kostenlos ausgegebenen Kohlendioxid-Zertifikate in den Strompreis. Daher sollte der Emissionshandel bis zur Lösung des Problems ausgesetzt werden.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Das Emissionshandelssystem für Kohlendioxid sollte ausgesetzt werden, bis das Problem der Einpreisung der von der Bundesregierung kostenlos ausgegebenen Zertifikate in den Strompreis gelöst ist. Das forderte jetzt die WirtschaftsVereinigung Metalle e.V. (WVM). Grund: Die energieintensive NE-Metallindustrie sei bei einer Einpreisung der Zertifikate international nicht mehr wettbewerbsfähig.

"Es geht schlicht um die Frage Rendite oder Arbeitsplätze", erläuterte WVM-Hauptgeschäftsführer Martin Kneer. Er forderte, die Einpreisung der Zertifikate in den Strompreis für elektrolytische Prozesse wie die NE-Metallproduktion zu stoppen. Da sich der Emissionshandel derzeit in einer dreijährigen Testphase befinde, könne die Bundesregierung bei schwerwiegenden Funktionsfehlern für eine Aussetzung sorgen und diese Fehler beseitigen.

Die Vorreiterrolle Deutschlands im Klimaschutz hat nach Ansicht der WVM zu einem einzigartigen staatlichen Interventionsgeflecht mit immensen Windfall Profits für die Stromwirtschaft geführt, das industrielle Arbeitsplätze konkret gefährdet. "Es wird höchste Zeit, dass Umwelt- und Energiepolitik zurück zu einem echten Gebot der Nachhaltigkeit mit einem Ausgleich von Ökonomie, Ökologie und Sozialem kommt."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Tagebau

    Kohlekommission entscheidet fast einstimmig

    21 Stunden haben die Mitglieder der Kohlekommission diskutiert und letztendlich tatsächlich fast einstimmig entschieden. Demnach soll Ende 2038 der Ausstieg aus der Kohleverstromung geschafft sein. Welche Punkte gehören sonst zum Ausstiegsplan?

  • CO2 Emissionen

    Einnahmen aus CO2-Rechten verdoppeln sich

    Unternehmen müssen für den Ausstoß von CO2 Zertifikate erwerben. Die Preise für die Emissionsrechte haben sich im Vergleich zum vergangenen Jahr fast verdreifacht, was dem Bundeshaushalt Erlöse in Milliardenhöhe beschert.

  • Stromnetz Ausbau

    RWE-Chef schlägt neuen Atomkonsens vor

    Die Agenturmeldung vom Freitag, in der es hieß, Union und SPD hätten sich in wichtigen Fragen der Energiepolitik endlich geeinigt, war offensichtlich eine Ente. Während die Koalitionsverhandlungen noch immer stocken, sprach sich RWE-Chef Roels am Wochenende erneut dafür aus, den Atomausstieg zu überdenken.

  • Hochspannungsmasten

    Trittin zieht positive Zwischenbilanz des Emissionshandels

    In einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" hat der geschäftsführende Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) eine positive Zwischenbilanz des Emissionshandels gezogen. "Der Emissionshandel hat sich als ein Motor für Modernisierung und Erneuerung in der Energiewirtschaft erwiesen", so Trittin.

  • Strom sparen

    Erneuerbare Energien: EU-Kommission lobt Deutschlands Einsatz

    Ein Lob aus Brüssel fanden Umweltminister Trittin und Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul kürzlich in ihrem Briefkasten. EU-Kommissionspräsident Barroso lobte Deutschlands Engagement im Bereich erneuerbarer Energien. Ab nächster Woche findet denn auch die Folgekonferenz der "Renewables" in Peking statt.

Top