Tiefrote Zahlen

Energie AG Iserlohn-Menden: Drastische Preiserhöhung für 2005 (aktualis.)

Die Energie AG Iserlohn-Menden hat die Strompreise zum 1. Januar 2005 massiv erhöht. Offensichtlich ist das die Strategie der Verantwortlichen, den bundesweiten Stromversorger aus den roten Zahlen zu bekommen. Aus dem Unternehmen heißt es indes, man wolle sich weiter als leistungsfähiger Partner empfehlen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Iserlohn/Menden (red) - Wie in dieser Woche berichtet, herrscht bei den Stadtwerken in Iserlohn und Menden dicke Luft: Die gemeinsame Tochter Energie AG Iserlohn-Menden wird wohl für das vergangene Geschäftsjahr aufgrund von uncleveren Stromverträgen einen hohen operativen Verlust bilanzieren.

Das bekommen nun auch die bundesweiten Kunden des Unternehmens zu spüren: Die jetzt veröffentlichten Strompreise für 2005 wurden saftig erhöht. Die Kilowattstundenpreise steigen bei den insgesamt über 30 Tarifen um durchschnittlich 2,5 Cent, die monatlichen Grundpreise mitunter um fast 10 Euro. Laut Energie AG spiegeln die Preise die Situation des Marktes wider. Man wolle "auf keinen Fall dem brachenweiten Trend der Marktkonzentration nachgeben und auch in der Zukunft eine wichtige Rolle in der weit gehend von wenigen Großunternehmen bestimmten Wettbewerbslandschaft spielen", teilte das Unternehmen unterdessen mit.

Und doch beschleicht nicht nur verärgerte Energie AG-Kunden, die sich bereits in den letzten Tagen bitter beim strom magazin über die Verteuerung beschwerten, das Gefühl, die Energie AG könne sich mit den neuen Preisen aus dem Wettbewerb verabschieden. Der Anbieter rutscht im Tarifrechner von einem Platz unter den ersten zehn auf einen Platz zwischen 50 und 70. Darüber kann dann auch nicht hinwegtäuschen, dass sich das Unternehmen laut Pressemitteilung "auch in Zukunft bundesweit als leistungsfähiger Partner empfehlen und eine attraktive Alternative zu den am Markt dominierenden Großanbietern sein" will.

Vergleichen Sie die neuen Tarife der Energie AG mit den anderen bundesweiten Strompreisen in unserem Tarifrechner.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Strom- und Gaspreise

    Energiekosten: Nur Strom hat sich drastisch verteuert

    Bei den Energiekosten drängt sich das Gefühl auf, dass die Preise immer weiter steigen. Grob betrachtet stimmt das auch, aber bei genauer und langfristiger Betrachtung zahlen Verbraucher nur für Strom deutlich mehr.

  • CO2 Emissionen

    Einnahmen aus CO2-Rechten verdoppeln sich

    Unternehmen müssen für den Ausstoß von CO2 Zertifikate erwerben. Die Preise für die Emissionsrechte haben sich im Vergleich zum vergangenen Jahr fast verdreifacht, was dem Bundeshaushalt Erlöse in Milliardenhöhe beschert.

  • Hochspannungsleitung

    Energie AG Iserlohn-Menden: Tiefrote Zahlen sorgen für Unruhe

    Ärger im Revier: Aufgrund von uncleveren Stromverträgen wird die Energie AG Iserlohn Menden am 8. Dezember wohl einen hohen operativen Verlust für 2003 bilanzieren. Bei den am Unternehmen beteiligten Stadtwerken der nordrhein-westfälischen Städte Iserlohn und Menden gibt es deshalb ernste Personaldebatten.

  • Hochspannungsmasten

    Metallindustrie fordert international wettbewerbsfähige Stromlieferverträge

    Von 2001 bis 2007 werde mit einer 70-prozentigen Erhöhung der Strompreise in Deutschland gerechnet, bemängelt die Wirtschaftsvereinigung Metalle. Schon heute gehörten die Industriestrompreise hierzulande zu den höchsten in Europa. Daher würden deutliche Signale für die Zukunftssicherung erwartet.

  • Stromnetz Ausbau

    Abwarten: Energiegipfel erst Mitte Oktober / Keine Preiserhöhungen beantragt

    Nicht wie geplant im September, sondern erst Mitte Oktober soll der Energiegipfel bei Bundeskanzler Schröder stattfinden. Es sollen zuvor Ergebnisse aus laufenden Kartellamtsuntersuchungen abgewartet werden. Laut "Spiegel" hat sich nun auch die Steag eingeschaltet. Das Unternehmen will jetzt Industriekunden mit Strom beliefern.

Top