Andere Meinung

EnBW-Chef: Handel mit Zertifikaten beeinflusst Strompreise kaum

Im Gegensatz zu seinem Manager-Kollegen Harry Roels vom Konkurrenten RWE kann EnBW-Chef Utz Claassen einen Einfluss des im Januar 2005 gestarteten Handels mit Emissionszertifikaten auf den (hohen) Strompreis nicht bestätigen. Dazu seien die derzeit gehandelten Mengen zu begrenzt.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Der Emissionshandel spielt nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), Utz Claassen, bei der aktuellen Strompreisentwicklung "nur eine untergeordnete Rolle". Die "Aussagen eines Wettbewerbers", die aktuelle Preisentwicklung sei erheblich vom Emissionshandel beeinflusst, "können wir nicht bestätigen", sagte Claassen dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe).

Der Handel mit Emissionsrechten werde allenfalls mit der Zeit seinen Niederschlag in den Strompreisen finden, sagte er. Die derzeit gehandelte Mengen von Zertifikaten seien so begrenzt, dass man deren Einfluss auf die Preisbildung nicht erkennen könne.

Dagegen hatte RWE-Chef Harry Roels kürzlich argumentiert, die Preissteigerungen beim Strom seien zu einem erheblichen Teil auf den Emissionshandel zurückzuführen. Sein Unternehmen müsse wegen der "knappen Verteilung" von Emissionsrechten jährlich Zertifikate im Wert von 350 Millionen Euro zukaufen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hatte diese Argumentation zurückgewiesen.

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