Auswirkungen

Emissionshandel kostet Verbraucher 90 Euro pro Haushalt und Jahr

Die geplante komplette Versteigerung der Emissionszertifikate für die Energiebranche wird die deutschen Stromkunden nach Ansicht des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) jährlich insgesamt mehr als zwölf Milliarden Euro kosten.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Nach BDEW-Berechnungen erhöhe sich die Stromrechnung für einen Durchschnittshaushalt mit drei Personen und einem jährlichen Verbrauch von 3500 Kilowattstunden um 90 Euro pro Jahr, berichtete das Düsseldorfer "Handelsblatt" (Montagausgabe) vorab. Der sofortige Einstieg in die Vollversteigerung für die Energiebranche könne zu einer vorzeitigen Stilllegung älterer Kraftwerke führen, ohne dass zeitgleich neue Anlagen bereitstehen.

"Die damit ausgelöste Verringerung von Kraftwerkskapazitäten würde sich dann auch noch zusätzlich auf die Verbraucherpreise auswirken", sagte BDEW-Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller der Zeitung. Die Unternehmen müssten bereits heute rund ein Drittel ihres Zertifikatebedarfs zukaufen. Dies betreffe bisher vor allem weniger effiziente Kraftwerke und entspreche somit der gewünschten Lenkungswirkung des Emissionshandels. Mit der Vollversteigerung jedoch würden alle Kraftwerke gleichermaßen bestraft - effiziente wie weniger effiziente. Eine Vollversteigerung führe daher dazu, dass die Kosten für alle Kraftwerke um einen Grundbetrag erhöht würden.

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