Preissteigerungen

Elbphilharmonie: Was der Deal mit Hochtief die Stadt kostet

Der offensichtlich von Bürgermeister Scholz angestrebte Deal mit dem Essener Baukonzern Hochtief kostet die Stadt einem Magazinbericht zufolge noch viel mehr Geld als gedacht.

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Der offensichtlich von Bürgermeister Scholz angestrebte Deal mit dem Essener Baukonzern Hochtief kostet die Stadt einem Magazinbericht zufolge noch viel mehr Geld als gedacht. So würde die Stadt auf bis zu 244 Millionen Euro verzichten, wenn im Gegenzug Hochtief eine Fertigstellung bis 2016 garantiert.

Der teure Deal

Das ist nicht unser erster Artikel zum Thema Elbphilharmonie, dem angeblich besten und exklusivsten Konzerthaus der Welt, und es wird auch nicht der letzte sein. Nachdem im letzten Winter die überraschende Einigung mit Hochtief bekannt geworden war, die der Stadt Hamburg die Fertigstellung des Hauses garantieren soll, gibt es nun neue Details zum Preis, den Bürgermeister Olaf Scholz offenbar dafür zu zahlen bereit ist. Denn laut einem Bericht von Spiegel Online umfassen die möglichen Schadenersatzforderungen an Hochtief, dem von der Stadt stets der schwarze Peter für die Kostenexplosion und die erheblichen Verzögerungen zugeschoben wurde, bis zu 244 Millionen Euro. Diese Summe will das Magazin einem internen Papier entnommen haben, das der Redaktion vorliege. Das ist also die Summe, auf die die Stadt verzichten will. Hochtief hingegen bekäme noch einmal Geld zur endgültigen Fertigstellung der Elbphilharmonie, und zwar 257 Millionen Euro (im Winter war noch von knapp 200 Millionen die Rede gewesen).

Mit oder ohne Hochtief?

Für diese Zahlen interessiert sich derzeit insbesondere die Opposition in der Hamburger Bürgerschaft - bis 30. Juni soll dem Antrag Scholz’ zugestimmt werden, doch vorher will man Fakten sehen. Weitere 257 Millionen an Hochtief, und im gleichen Zuge auf eine ähnlich hohe Summe verzichten, kann das der Weisheit letzter Schluss sein? So denken in Hamburg inzwischen viele, obwohl auch der alternative Weg nicht frei ist von Fallen. Wenn die Stadt Hochtief verklagen und den Bau in Eigenregie weiterbetreiben würde, hätte Hamburg laut dem internen Papier maximal 145 Millionen Euro an Mehrkosten zu erwarten, möglicherweise sogar deutlich weniger. Das wären locker 100 Millionen Euro weniger, und das klingt zunächst gut, allerdings steht es dann in den Sternen, wann das Konzerthaus fertig wird. Gleichwohl muss man kein Prophet sein um zu erahnen, wie die absolute SPD-Mehrheit in der Bürgerschaft über den Deal mit Hochtief abstimmen wird.

Ob mit oder ohne Hochtief - fest steht lediglich, dass die Elbphilharmonie längst eines der prägnantesten Beispiel für die Verschwendung von Steuergeldern ist. Die Gesamtkosten werden voraussichtlich zehnmal so hoch sein wie ursprünglich geplant.

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