Preissteigerungen

Elbphilharmonie spült Steuergelder den Abfluss runter

Der Bau der Elbphilharmonie schlägt wieder medialen Lärm: Diesmal geht es aber nur indirekt um die Errichtung.

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Der Bau der Elbphilharmonie schlägt wieder medialen Lärm: Diesmal geht es aber nur indirekt um die Errichtung. Vielmehr ist es die Innenausstattung, die dem Bürger auf den Magen schlagen könnte. Von Klobürsten im Wert von knapp 300 Euro ist in vielerlei Medienportalen die Rede. Das geplante Wahrzeichen Hamburgs scheint sich zu einem Denkmal der Fehlplanung oder aber auch des Größenwahns auszubilden.

Noch nicht das Ende vom Lied

"Es ist das Streben nach einem übertriebenen, teilweise maßlosen Luxus zu erkennen, der jegliches Kostenbewusstsein vermissen ließ", heißt es in einem Entwurf eines Abschlussberichts des parlamentarischen Untersuchungsausschusses, so unter anderem Spiegel Online. Aus dem internen Papier gingen demnach Überlegungen hervor, Klobürsten zum Stückpreis von 291,97 Euro oder Papierkörbe zu 273,95 Euro einzukaufen. Letztendlich seien die Planer aber doch zur Vernunft gekommen. Dirk Große-Leege, Verantwortlicher für Pressearbeit, habe bekannt gegeben, die Kosten pro Bürste beliefen sich schließlich auf 41,95 Euro.

Elbphilharmonie gibt den Ton an

Dass es dem Steuerzahler bei diesen Zahlengrößen schwindlig wird, kann man ihm nicht verdenken. Schließlich war er es, der die einst zu 77 Millionen Euro geplante Erbauung der Elbphilharmonie zu letztendlich 789 Millionen Euro größtenteils finanzierte. Neben einer ganzen Reihe von Fehlinvestitionen scheint die Hamburger Elbphilharmonie den Rahmen nun gänzlich zu sprengen. Negativbeispiele gibt es hierzulande definitiv genug: Der Flughafen Kassel-Calden machte erst im Frühjahr des Jahres eine äußerst schlechte Figur. Trotz hohem Zweifel an der Bedarfslage wurde das Projekt zu Ende gebracht – das Ergebnis sind rote Zahlen. Ein anderes Beispiel aus dem kulturellen Bereich ist das Dortmunder U, bei dessen Sanierung ebenfalls die Kosten explodierten. Weitere aktuelle Steuersünden und die "Top Ten" verrät der Bund der Steuerzahler.

Update: Entwurf des zweiten Abschlussberichtes

In einem vertraulichen Bericht des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses werden die Schuldigen des Elbphilharmonie-Fiaskos nun benannt. Medienberichten zufolge zeigt ein Entwurf des zweiten Abschlussberichtes eine Verkettung von Fehlplanungen und auch persönlichen Versagens. Von der verfrühten Objektausschreibung, der Scheu vor einer Kostenaufdeckung vor dem Bürger und dem Versagen der Bauherrengesellschaft berichtet Süddeutsche.de.

Liste der Schuldigen

Mehrere Personen sollen in dem Entwurf benannt worden sein. Die ehemalige Kultursenatorin, Karin Welck, soll den Bürgen Kostensteigerungen zu spät mitgeteilt haben. Volkmar Schön, Aufsichtsvorsitzender der städtischen Realisierungsgesellschaft (ReGe), habe als Kontrollinstanz versagt. Vorwürfe der Täuschung lägen gegen den ehemaligen Geschäftsführer der ReGe Heribert Leutner vor und seinem Nachfolger Hartmut Wegener würden "Unfähigkeit und Selbstherrlichkeit" zur Last gelegt. Der finale Abschlussbericht soll Ende Mai vorliegen.

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