Modem oder Router?

Einsteiger-Special: Welche Hardware passt zu wem?

DSL-Modem, DSL-Router, WLAN-Router, Telefonieren übers Internet via VoIP-Hardware - insbesondere DSL-Einsteiger sehen sich mit der Frage konfrontiert, welche Geräte sie für den Einstieg in DSL benötigen. Vom Single über die WG bis hin zum Business-Zugang - welche Hardware die richtige für welchen Surftyp ist, lesen Sie in diesem Einsteiger-Special.

09.08.2004, 10:11 Uhr
Internetverbindung© Pavel Morozov / Fotolia.com

"Jetzt kommt DSL ins Haus!" - Glückwunsch zu dieser Entscheidung! Wer aber das langsame Surfen per Modem oder ISDN Leid ist und auf den Highspeed-Internetzugang umsteigen möchte, der sieht sich alsbald mit einer Frage konfrontiert: "Welche Hardware passt zu mir?" Wir haben aufgeschlüsselt, welche Hardware sich für wen lohnt.

Zumindest die großen DSL-Provider - etwa freenet, tiscali, Lycos, 1&1, GMX oder T-Online - locken DSL-Neueinsteiger mit kostenloser beziehungsweise subventionierter Hardware, weil sie Kunden gewinnen möchten. Ersparnisse von 100 bis 200 Euro sind da keine Seltenheit! Jedoch: Wer die Wahl hat, hat die Qual - da gibt es Modems, Router, WLAN-Router (Wireless, d.h. ohne Kabel) oder sogar Geräte, mit denen man über das Internet sowohl surfen als auch telefonieren kann (Geräte mit VoIP-Funktion, d.h. Voice over IP).

Die Auswahl also ist groß. Single-Wohnung? Wohngemeinschaft oder Familie? Heim-Büro oder Firma? Für jeden gibt es die richtige Hardware - und natürlich spielt in Sachen DSL-Anschluss auch das Geld eine Rolle.

Einzelplatz-Anschluss: Ein PC geht online

Wer einen Einzelplatz-Anschluss wünscht, DSL also nur mit einem Rechner nutzen möchte, dem genügt hinsichtlich der Hardware ein einfaches DSL-Modem.

Hinsichtlich des DSL-Anschlusses genügt zumeist der DSL 1000-Anschluss. Mit diesem kann mit 1024 kbit/s down- und mit 128 kbit/s uploaden - Downloads und Seitenabrufe sind in diesem Fall bis zu 16 Mal schneller als mit einem ISDN-Anschluss!

Wer noch schneller downloaden möchte oder aufwändige Web-Anwendungen (Cam, Video-Abrufe o.ä.) nutzt, der kann auch einen DSL 2000-Anschluss nehmen. Mit dem kann man mit 2048 kbit/s down- und mit 192 kbit/s uploaden.

Hinsichtlich des Tarifs sollten Sie als Wenig- bzw. Normalsurfer einen Volumen- oder Zeittarif wählen.

Wenn Sie immer online sein möchten - etwa zwecks unmittelbaren E-Mail-Empfang -, aber nur relativ wenig Online-Aktivitäten machen (Internetseiten abrufen, Downloads tätigen etc.). dann empfiehlt sich ein Volumentarif. Ihre Internetkosten werden dann nach verbrauchtem Datenvolumen berechnet. Bei einigen Providern, etwa freenet, Lycos, GMX oder Arcor, gibt es Tarife mit einem Inklusivvolumen von 1000 MB sogar ohne Grundgebühr - also für null Euro im Monat!

Wollen Sie hingegen jeden Tag "einfach so" online gehen (E-Mails abrufen, chatten, surfen etc.), empfiehlt sich ein Zeittarif. Dann haben Sie ein gewisses Kontigent an Freistunden, welches Sie "versurfen" können.

Wenn Sie nur selten online sind, empfiehlt sich ein DSL-by-Call-Zugang. Dieser wird wahlweise nach Volumen oder Zeit abgerechnet.

In Sachen Hardware ist also ein Modem für einen Einzelplatzanschluss ausreichend - von einem Fall abgesehen: Wenn ihr Telefonanschluss zu weit vom Rechner entfernt ist, dann sollten Sie auf einen WLAN-Router zurückgreifen. Ein WLAN-Router ist kabellos und ermöglicht es Ihnen, die Strecke zwischen Telefondose und Rechner problemlos und ohne das Verlegen von Kabeln zu überbrücken. Die Daten werden in diesem Fall via Funk übertragen. Sollten Sie später einen weiteren Rechner oder vielleicht auch Ihr Notebook mit DSL verbinden wollen, so ist das per WLAN-Router kein Problem - Sie können jederzeit ein Netzwerk aufbauen.


Unser Tipp für Einzelplatz-Anschlüsse:

  • (Finanzielle) Zielgruppe: Singles, Schüler oder Studierende
  • Hardware: DSL-Modem oder DSL-WLAN-Router
  • Anschluss: DSL 1000 oder DSL 2000
  • Tarif: Zeit- oder Volumentarif

Aktuelle Tarife finden Sie übrigens in der übersichtlichen DSL-Tarifliste von DSL-Magazin.de. Dieses PDF-Dokument enthält die Tarife ausgewählter Provider und steht kostenlos zum Download bereit. Sie können es herunterladen und ausdrucken.

Kleines Netzwerk: Zwei bis vier Rechner gehen online

Sie wohnen in einer Wohngemeinschaft und jeder will ins Netz? Ihre Kinder haben einen eigenen Rechner und wollen ebenfalls online gehen? Sie haben ein kleines Büro ("Small Office") und wollen ebenfalls mehr als einen Rechner mit dem Internet verbinden? Dann müssen Sie in Sachen Hardware auf einen DSL-Router zurückgreifen, um ein Netzwerk aufbauen zu können. Das ist auch für Einsteiger mittlerweile sehr einfach.

Ein Router verwaltet innerhalb eines Netzwerkes die Zugriffe mehrerer Rechner ins Internet. Ein Router setzt alle Anfragen so um, dass diese korrekt ins Internet geleitet werden und dementsprechend geordnet wieder zum jeweiligen PC zurückgelangen. Er ist somit vergleichbar mit einem Eisenbahnstellwerk, welches die Aufgabe hat, jeden Zug aufs "passende" Gleis zu bringen. Einem Router ist es prinzipiell egal, ob Sie den Anschluss mit zwei oder 255 PCs nutzen wollen.

Zwei Arten von Routern sind zu unterscheiden: Router mit Kabelanschluss und so genannte WLAN-Router, die per Funk arbeiten. Letztere arbeiten per Funk und können mehrere Rechner auch über größere Entfernungen vernetzen. Jeder Rechner benötigt dabei ein Empfangsteil, welches zumeist unkompliziert an den USB-Anschluss angeschlossen wird. Vorteil der WLAN-Router: Man muss keine Kabel verlegen und ist flexibler - der Trend geht somit klar in Richtung WLAN.

Da sich alle Benutzer in einem Netzwerk die Bandbreite des DSL-Anschlusses teilen, benötigen Sie einen "schnelleren" Anschluss. Der DSL-Anschluss ist in diesem Fall vergleichbar mit einem Flaschenhals: Ein langsamerer DSL-Anschluss, etwa DSL 1000, lässt bei paralleler Nutzung weniger Daten durch als ein schnellerer DSL-Anschluss, etwa DSL 2000 oder sogar DSL 3000. Die Rechnung ist einfach: Je schneller ein DSL-Anschluss ist, desto mehr Daten können zeitgleich empfangen werden, desto mehr Nutzer können auf das Internet zugreifen. Für ein kleines Netzwerk ist deshalb ein DSL-Anschluss 2000 oder 3000 sinnvoll. Derart ist gewährleistet, dass alle angeschlossenen Nutzer einen guten und schnellen Zugriff auf das Internet haben.

Hinsichtlich des Tarifs bei einem Provider empfehlen sich eine Flatrate oder eine Flexi-Flatrate, gegebenenfalls kommt auch ein großzügiger Volumentarif in Frage.

Bei den Flatrates sind Sie "ohne Limits" online; Sie können also so lange im Internet sein, wie Sie möchten und auch so viele Daten empfangen, wie Sie möchten (Downloads etc.). Zu beachten ist dabei, dass nicht jeder DSL-Provider das Angebot einer Flatrate für einen Mehrplatz-Anschluss zur Verfügung stellt.

Eine gute Alternative sind die so genannten "Flexi-Flats". Ein Flexi-Flat-Tarif wird flexibel abgerechnet, ist also in Sachen Gebühren mehrstufig aufgebaut. Je mehr man herunterlädt, desto teurer wird der monatliche Grundpreis. Achten Sie dabei auf eine Kostendeckelung seitens des Providers, sprich: auf einen zu entrichtenden Maximalbetrag. So schützen Sie sich vor bösen Überraschungen bei der Abrechnung.


Unser Tipp für kleine Netzwerke:

  • (Finanzielle) Zielgruppe: Wohngemeinschaften, Familien, kleine Büros
  • Hardware: DSL-Router oder DSL-WLAN-Router
  • Anschluss: DSL 2000 oder DSL 3000
  • Tarif: Flexi-Flatrate oder Flatrate

Aktuelle Tarife finden Sie übrigens in der übersichtlichen DSL-Tarifliste von DSL-Magazin.de. Dieses PDF-Dokument enthält die Tarife ausgewählter Provider und steht kostenlos zum Download bereit. Sie können es herunterladen und ausdrucken.

Größeres Netzwerk: Mehr als vier Rechner gehen online

Wenn Sie ein größeres Netzwerk aufbauen und zugleich das Internet intensiv nutzen möchten, dann muss ebenfalls ein Router her. Auch in diesem Fall empfiehlt sich ein kabelloser WLAN-Router, der die einzelnen Rechner per Funk (mit dem Internet) verbindet - Sie sind einfach flexibler und können größere Strecken überbrücken.

Hinsichtlich des DSL-Anschlusses empfiehlt sich ein DSL 3000-Anschluss, denn der erlaubt es vielen Anwendern, umkompliziert und schnell auf das Internet zuzugreifen. Eine Flatrate oder zumindest eine Flexi-Flat, gegebenenfalls auch ein großzügiger Volumentarif, sind hier als Tarif notwendig.

Für größere Firmennetzwerke liegt ein SDSL-Anschluss nahe. SDSL bedeutet, dass sowohl die Downloads wie auch die Uploads mit gleicher Geschwindigkeit vollzogen werden. Das ist bei den so genannten ADSL-Anschlüssen, von denen bisher die Rede war, nicht der Fall - dort ist der Download immer schneller als der Upload. Wenn Sie also viele Uploads innerhalb des Netzwerkes tätigen , dann ist ebenfalls ein SDSL-Anschluss unabdingbar. SDSL-Anschlüsse werden zumeist zum Festpreis beziehungsweise mit kalkulierbaren Preisstufen angeboten. Oft spricht man hier auch von einer Standleitung, die immer verfügbar ist.


Unser Tipp für größere Netzwerke:

  • (Finanzielle) Zielgruppe: Wohngemeinschaften, kleine Büros, Firmen
  • Hardware: DSL-Router oder DSL-WLAN-Router
  • Anschluss: DSL 3000
  • Tarif: Flexi-Flatrate oder Flatrate bzw. Standleitung

Welcher Surftyp bin ich?

Bevor man sich nun "blindlinks" für einen Tarif nebst (subventionierter) Hardware entscheidet, sich auf den nächsten Online-Shop stürzt oder zum nächstgelegenen Elektronikfachhandel geht, sollte man wissen, ob man die mitunter lauthals angepriesenen Geräte auch tatsächlich benötigt. Die richtige Hardware-Entscheidung ist nämlich so einfach nicht - nicht jedes Gerät kann alles und man sollte schon vorher wissen, ob man nur ein DSL-Modem oder vielleicht einen (WLAN-) Router benötigt. Oder gar alles zusammen? Vielleicht sogar mit integrierter VoIP-Funktion, sprich: Telefonieren übers Internet (VoIP=Voice-over-IP)?

In der nachstehenden Tabelle haben wir idealtypisch die verschiedenen Surftypen zusammengestellt.

Sie sehen: Ein DSL-Modem benötigt jeder (künftige) DSL-Nutzer, doch keineswegs muss man sich einen Router - eventuell sogar mit WLAN-Funktion - zulegen. Personen, die sich eine Internetverbindung an nur einem Rechner teilen, brauchen oftmals keinen teuren Router mit integriertem WLAN - es sei denn, dass Sie wollen irgendwann ein eigenes Netzwerk aufzubauen.

Internetnutzer, die viel Datentransfer benötigen, haben oftmals auch einen sehr leistungsfähigen DSL-Tarif (Flatrate), da das Datenvolumen die maximalen Grenzen einer "Fair-Flat" oder auch "Flexi-Flat" oft überschreitet. Das gilt für Familien und Wohngemeinschaften ebenso wie für einzelne "Power-User", die mitunter zwei oder mehr Rechner online haben. Diese Power-User haben oft mehrere Rechner unter einem DSL-Anschluss laufen, teilweise wird sogar ein PC zum kompletten Filesharing-Server gemacht - in diesem Fall wird ein Computer also nur zum Dateitausch über entsprechende Tauschbörsen genutzt, wobei freilich der Hinweis nicht fehlen darf, dass der Tausch von urheberrechtlich geschützten Dateien (Musik, Filme, Software etc.) illegal ist.

So oder so gilt: Wenn mehrere Personen über einen DSL-Anschluss arbeiten, sollte darüber nachgedacht sein, ob man nicht gleich einen Router mit WLAN-Funktion anschafft. WLAN-Router werden spätestens dann interessant, wenn Sie mobile Geräte wie etwa ein Notebook im Netzwerk betreiben wollen - dann bleiben Sie innerhalb Ihres Netzes mobil. Die Preise für solche WLAN-Router sind nahezu im freien Fall, zumal der Trend zu noch mehr Hardware-Leistung geht. Dazu mehr im nächsten Punkt.

Brandneu die FRITZ!Box Fon von AVM

Eine absolute Neuheit auf DSL-Markt ist die Fritz!Box Fon aus dem Hause AVM. Dieses Gerät ist eine absolute Profilösung - auch für private Anwender! Die Fritz!Box Fon, die augenblicklich nur mit einem DSL-Tarif über freenet oder 1&1 erhältlich ist, vereint die Funktionalitäten eines DSL-Modems, eines DSL-Routers, einer ISDN-Anlage und einem integriertem Phoneboard für VoIP in nur einem Gerät. VoIP heißt, dass sie sogar über das Internet telefonieren können!

Mit dieser "All-in-one"-Lösung braucht man zum Internet-Surfen und -Telefonieren mit mehreren Computern nur noch ein Gerät. Sie können dabei ihr herkömmliches Telefon via Adapter an die Box anschließen - Ihrem Telefon ist es egal, ob Sie über das Internet oder über das reguläre Festnetz telefonieren. Klar ist: Internettelefonate sind günstiger und zwischen den Kunden eines Providers sogar kostenlos. Haben Sie Ihren DSL-Anschluss beispielsweise bei 1&1 oder freenet und ihr Gesprächspartner auch, so können Sie mit diesem kostenfrei übers Internet telefonieren - und das, so lange Sie wollen!

Fazit

Es gibt viele Geräte auf dem aktuellen DSL-Markt, man verliert deshalb leicht die Übersicht. Viele Geräte vereinen Funktionen, für die man noch vor wenigen Monaten ein zweites Gerät brauchte - doch zugleich benötigt nicht jeder Internetnutzer einen (WLAN-) Router oder gar eine "All-in-one"-Box mit integrierter VoIP-Funktion.

Auch wenn vieles einfacher geworden ist, gilt nach wie vor der allgegenwärtige Grundatz: Einfache Geräte versprechen einfaches Handling, nicht selten ist auch der Wiederverkaufswert höher, da nicht jeder Interessent alle Funktionen benötigt und deshalb gezielt nach Gabrauchtgeräten Ausschau hält.

Fragen? Probleme?

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Peter Eimers

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