Preissteigerungen

Ein staatlicher Biergarten für 2,4 Millionen Euro

Der Oberste Bayerische Rechnungshof (ORH) hat an verschiedenen Stellen im Freistaat Verschwendung angeprangert.

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Der Oberste Bayerische Rechnungshof (ORH) hat an verschiedenen Stellen im Freistaat Verschwendung angeprangert. Das betrifft unter anderem die Überlegung: Wenn der Staat ein Hofbräuhaus hat, warum sollte er dann nicht auch einen Biergarten haben? Doch das Projekt verselbständigte sich.

Die Behörde errichtete den Biergarten einfach selbst

"Was tun mit der alten Festungsanlage, dem so genannten Schutterhof?", fragte sich die Immobilien Freistaat Bayern (IMBY) in Ingolstadt - eine Behörde also. Dann hatte sie eine Idee: Ein Biergarten sollte entstehen, der die Festung mit der benachbarten Parkanlage verbindet und der Allgemeinheit zugänglich macht. Dazu brauchte es freilich ein neues Schankgebäude, Brücken und Versorgungseinrichtungen. Private Investoren fanden sich aber nicht. Doch inzwischen war die Idee bei der IMBY schon so weit gereift, dass sie selbst den Biergarten errichtete - für besagte 2,4 Millionen Euro. Und das ohne die Zustimmung des Landtags, die dafür eigentlich nötig gewesen wäre.

Selbstherrliches Agieren - am Landtag vorbei

Wirtschaftlich ist dieses Investment allerdings laut ORH nicht, denn die Pacht bringe nur eine sehr geringe Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Für die Allgemeinheit ist die Anlage auch nur während der - saisonal eingeschränkten - Öffnungszeiten zugänglich. Der ORH meint, dass es nicht Aufgabe des Staates ist, einen Biergarten zu errichten. Erst recht nicht dürfe dabei der Landtag umgangen werden. Last, but not least: Die genannten 2,4 Millionen Euro sind die Summe, die bei der letzten Berechnung vom Juni 2011 genannt wurde. Eine Endabrechnung der Kosten lag laut ORH bis Sommer 2012 noch nicht vor.

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