Pflegedatenbank

Eigenanteil für Pflegeheime steigt im Schnitt um 110 Euro pro Monat

Für Pflegeheime müssen Patienten im Schnitt fast 1.930 Euro an Eigenanteil pro Monat zahlen. In Nordrhein-Westfalen liegen die Kosten noch einmal um mehr als 400 Euro darüber. Im Vergleich zu 2018 sind die Beiträge in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen am stärksten gestiegen.

24.09.2019, 16:11 Uhr (Quelle: DPA)
Pflegeversicherung© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Berlin - Pflegebedürftige müssen für einen Heimplatz immer mehr aus eigener Tasche dazu zahlen. Seit Oktober 2018 sei die Eigenbeteiligung im Bundesdurchschnitt um mehr als 110 Euro auf nunmehr fast 1.930 Euro im Monat gestiegen, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag) unter Berufung auf eine aktuelle Auswertung der "Pflegedatenbank" des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV). Der Anstieg betrage mehr als sechs Prozent.

Lohnerhöhungen beim Pflegepersonal

Als Hauptursache gelten dem Bericht zufolge Lohnerhöhungen für das Pflegepersonal. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte im März beim Deutschen Pflegetag gesagt, für zusätzliche Pflegekräfte und bessere Bezahlung würden künftig Mehrkosten anfallen. Zu sagen, dies wirke sich nicht auf die Eigenanteile aus, wäre unrealistisch. Die SPD fordert, dass die Eigenanteile für die pflegebedingten Kosten im Heim begrenzt und langfristig gestrichen werden.

Eigenanteil für Pflegeheime ist in NRW am höchsten

Die "Pflegedatenbank" der PKV enthält Informationen von mehr als 11.000 der etwa 13.000 Pflegeheime in Deutschland. Am stärksten sei die Eigenbeteiligung demnach in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen gestiegen, so das RND. In diesen drei Ländern seien die Beträge, die die Pflegebedürftigen selbst aufbringen müssen, um etwa zehn Prozent angewachsen.

Am tiefsten müssen demnach weiterhin die Pflegebedürftigen in Nordrhein-Westfalen in die eigene Tasche greifen. Hier habe der Eigenanteil zum 1. September dieses Jahres bei 2.406 Euro gelegen, heißt es in dem Bericht. Am 1. Oktober 2018 waren es noch 2.309 Euro gewesen. Danach folgen das Saarland mit 2.301 (2.178) Euro sowie Baden-Württemberg mit 2.250 (2.116) Euro. Im Mittelfeld liegen der Auswertung zufolge unter anderem Berlin mit 1.931 (1.856) Euro, Hessen mit 1.936 (1.783) Euro oder Brandenburg mit 1.646 (1.526) Euro.

Am preiswertesten sind Pflegheimplätze dem Bericht zufolge derzeit in Mecklenburg-Vorpommern, wo 1.346 (1.238) Euro Eigenanteil bezahlt werden müssen. Bei den genannten Beträgen sind die Zuschüsse der Pflegeversicherung bereits berücksichtigt.

Regeln für den Eigenanteil soll bald angepasst werden

Pflegebedürftige müssen einen Eigenanteil leisten, weil die Pflegeversicherung - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten trägt. Enthalten sind Kosten für die eigentliche Pflege sowie für Investitionen, Unterkunft und Verpflegung. Dass die Belastungen unterschiedlich hoch sind, erklären Experten auch mit regional unterschiedlichen Löhnen und Vorgaben für die Personalausstattung.

Bisher wurden oft die Kinder zur Kasse gebeten, wenn Pflegebedürftige die Heimkosten nicht zahlen können. Zwar springt zunächst das Sozialamt ein, wenn Betroffene die Heimkosten nicht zahlen können. Aber in vielen Fällen holt sich die Behörde das Geld zumindest teilweise von den Angehörigen zurück. Dies soll sich bald ändern. Nur wer mehr als 100.000 Euro brutto im Jahr verdient, soll nach den Plänen der Bundesregierung in Zukunft noch finanziell herangezogen werden.

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