'News-Watch'

ECO-Verband macht das Internet sauberer

Der Verband hat nunmehr eine Anlaufstelle für Hinweise auf rechtswidrige Usenet-Aktivitäten eingerichtet.

Internettarife© Daniel Fleck / Fotolia.com

Der Verband der deutschen Internet-Wirtschaft, ECO (Electronic Commerce Forum), verstärkt seine Aktivitäten, um Newsgroups im Internet von bedenklichen und illegalen, rechtsextremistischen oder kinderpornografischen, Inhalten zu befreien. Nach erfolgreicher Testphase hat der Verband hierzu eine Anlaufstelle für Hinweise auf rechtswidrige Usenet-Aktivitäten eingerichtet. Die Beschwerdehotline 'News-Watch' nimmt nunmehr Hinweise von Usenet-Nutzern entgegen. Bislang wurde 'News-Watch' ausschließlich auf Anfrage von Internet-Service-Providern tätig. Der Verband fordert alle Nutzer von Newsgroups auf, sofort auf unerwünschte Inhalte aufmerksam zu machen, damit entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können, die von der Aufforderung zur Stellungnahme an die entsprechenden Internet-Service-Provider, bis zur Unterstützung bei der unverzüglichen Löschung rechtswidrigen Materials reichen.

Der Hotline-Betrieb gehört neben anderen Aktivitäten zum Arbeitskreis ICTF (Internet Content Task Force) bei ECO, der schon seit Anfang 1996 einen Beitrag der Internet-Wirtschaft zur Bekämpfung rechtswidrigen und bedenklichen Materials im Internet auf nationaler und internationaler Ebene leistet. "Die Internet-Wirtschaft ist sich der Problematik um rechtswidrige Inhalte im Internet bewusst und hat aus diesem Grunde das Selbstkontrollorgan 'News-Watch' technisch und personell verstärkt. Wir hoffen, dass mehr und mehr Anbieter von Newsgroups an unserem Projekt teilnehmen und von unserem Service Gebrauch machen, der ihnen unter anderem die Prüfung durch juristisch geschultes Personal und eine weitestgehend automatisierte Löschung von bedenklichem Material ermöglicht", sagte Rechtsanwalt Thomas Rickert, der Leiter des Arbeitskreises ICTF.

'News-Watch' arbeitet im Rahmen von 'Inhope' (Internet Hotline Providers in Europe) eng mit Hotlines in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden, Spanien, Australien und den USA zusammen, um eine wirksame Bekämpfung von rechtswidrigen Machenschaften im Internet zu ermöglichen. Der internationale Erfahrungsaustausch der insgesamt 14 Inhope-Hotlines stellt eine wichtige Waffe im Kampf gegen die Kriminalität im Internet dar. Freiwillige Selbstkontrolle ermöglicht ein effektiveres, unbürokratischeres Handeln als es über das staatliche Instrument des internationalen Strafrechts und über Rechtshilfeabkommen je praktizierbar wäre.

So hat 'Inhope' in den vergangenen Jahren schon zahlreiche Erfolge insbesondere bei der Bekämpfung von Schwerstkriminalität wie Kinderpornographie erzielt. Tausenden von Hinweisen wurde nachgegangen, in vielen Fällen daraufhin Anklage erhoben, was zum Teil schon zu Verurteilungen wegen Besitzes oder Verbreitung von Kinderpornographie geführt hat. Dementsprechend führte vor kurzem ein Hinweis an die dänische Hotline zu einer Spur nach Großbritannien. Einige Zeit später wurde ein Londoner von einem britischen Gericht wegen Kinderpornographie zu vier Jahren Haft verurteilt. Im Rahmen des Safer Internet Action Plans wird 'Inhope' von der Europäischen Union unterstützt.

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