Auf breiter Front

E.ON will Netznutzungsgebühren senken

Das neue EnWG scheint erste Früchte zu tragen: Der Vorstandschef von E.ON Energie, Johannes Teyssen, kündigte heute in einem Zeitungsinterview an, die Netznutzungsentgelte seines Unternehmens auf breiter Front zu senken. Geschäfts- und kleinere Industriekunden werden am stärksten profitieren.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Energiekonzern E.ON will seine Netznutzungs-Entgelte auf breiter Front senken und damit für Entlastung bei den Strompreisen sorgen. Das kündigte der Vorstandschef von E.ON Energie, Johannes Teyssen, in der Tageszeitung "Die Welt" (Freitagausgabe) an.

"Geschäfts- und kleinere Industriekunden werden in höherem Maße profitieren als andere Kundengruppen", schränkte er ein. Für die Konjunktur und den Mittelstand sei das aber "eine gute Botschaft".

E.ON Energie versorgt über die Leitungsnetze seiner sieben Regionalgesellschaften etwa 9,3 Millionen Menschen in Deutschland mit Strom. Verbraucherschützer hatten die Höhe der Durchleitungsgebühren bislang als zu hoch kritisiert. Nach dem neuen Energiewirtschaftsgesetz müssen die Versorger ihre Netznutzungsentgelte neu kalkulieren und der Regulierungsbehörde zur Genehmigung vorlegen.

Aus der neuen Berechnung ergebe sich im E.ON-Netz im Durchschnitt aller Verbraucher eine "leichte Absenkung" der Entgelte, die bei Kunden der mittelständischen Wirtschaft stärker ausfalle, sagte Teyssen. "Auch wenn sich die Politik immer sehr auf den Privatkunden kapriziert: Uns ist ebenso wichtig, dass der deutsche Mittelstand leben und sich entwickeln kann", erklärte der Manager.

Der Grünen-Abgeordnete Hans-Josef Fell bezeichnete die Ankündigung unterdessen als "Früchte" des neuen Energiewirtschaftsgesetzes. "Die Ankündigung von niedrigeren Netzentgelten im Strombereich läutet das Ende der exorbitanten Monopolgewinne der Netzbetreiber ein." Er zeigte sich allerdings skeptisch ob der Substanz der Ankündigung und versprach: "Das grüne Holzauge wird hier wachsam sein".

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