Bankenwesen

DZ Bank will 500 Stellen streichen

Die DZ Bank, Zentralinstitut der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken, plant den Abbau von rund 500 Arbeitsstellen. Damit sollen die steigenden Kosten der letzten Jahre aufgefangen werden. Gleichzeitig sollen aber auch die Erträge steigen.

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Frankfurt/Main - Die DZ Bank will angesichts steigender Kosten mittelfristig Hunderte Stellen abbauen. Zugleich will das Zentralinstitut der über 900 deutschen Volks- und Raiffeisenbanken die Ausgaben deutlich senken und die Erträge steigern, wie aus einem Brief an die Mitarbeiter hervorgeht. Demnach sollen 485 Arbeitsplätze bis 2022 entfallen - knapp zehn Prozent der Belegschaft von 5.500 Mitarbeitern Ende 2017. Die Bank verzichte aber bis Ende März 2024 auf betriebsbedingte Kündigungen, heißt es in dem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vorlag.

DZ-Bank berichtet von gestiegenen Kosten

Als Grund gibt das Institut Ergebnisdruck an. "Die Kundenerträge sind in den letzten Jahren zwar stabil geblieben, die Kostenseite verzeichnete jedoch einen kontinuierlichen Anstieg", heißt es. Um einen Euro Ertrag zu erwirtschaften, müsse die Bank mehr als 80 Cent einsetzen - ein "nicht zufriedenstellendes Niveau."

Schon dieses Jahr sollen die Kosten für externe Dienstleister um rund 30 Prozent sinken und dauerhaft um die Hälfte. Dabei helfe, dass die Fusion der beiden genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ Bank sowie größere Regulierungsprojekte abgeschlossen seien.

Erträge sollen gleichzeitig wachsen

Zugleich sollen bei dem Frankfurter Institut die Erträge - also die gesamten Einnahmen - trotz Niedrigzinsen deutlich wachsen: "Die Erträge aus dem operativen Geschäft der Verbund- und Geschäftsbank wollen wir bis 2022 um jährlich mindestens 3,5 Prozent steigern."

Abbau von Jobs wurde bereits 2016 vereinbart

Die DZ Bank und die Düsseldorfer WGZ Bank hatten 2016 fusioniert. Schon damals wurde der Abbau von rund 700 Vollzeitjobs vereinbart. Die DZ-Bank-Gruppe hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von knapp 1,1 Milliarden Euro erzielt nach 1,6 Milliarden im Vorjahr. Zur Gruppe gehören auch die Fondsgesellschaft Union Investment, die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die R+V Versicherung.

Quelle: DPA

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