Verdächtigungen

Durchsuchungen bei Mobilfunkunternehmen

Die Wettbewerbshüter der EU haben am gestrigen Mittwoch neun Mobilbetreiber in Deutschland und Großbritannien durchsuchen lassen.

12.07.2001, 10:05 Uhr
Smartphone© Mihai Simonia / Fotolia.com

Wegen mutmaßlicher Preisabsprachen haben EU-Wettbewerbshüter am gestrigen Mittwoch neun Mobilfunkbetreiber in Deutschland und Großbritannien durchsucht, das teilte die Kommission in Brüssel mit. In Deutschland wurden die Durchsuchungen von den Netzbetreibern T-Mobil, D2 Vodafone, E-Plus und Viag Interkom bestätigt. Bei den Ermittlungen geht es um mögliche Absprachen bei den sogenannten Roaming-Gebühren. Sie werden dann erhoben, wenn ein Handy-Besitzer im Ausland oder in Netzen anderer Betreiber telefoniert, dies meldet die "Tagesschau" in ihrer Online-Ausgabe.

Die Brüsseler Kommission vermutet, dass die Mobilfunkunternehmen in Europa seit längerem für ihre Roaming-Angebote überhöhte Preise verlangen, denn der Wettbewerb funktioniere wegen einer begrenzten Zahl von Anbietern nur eingeschränkt. Nach eigenen früheren Angaben liegen der Kommission Beschwerden über angeblich zu hohe Kosten vor. Mit den Durchsuchungen von Firmenzentralen will die Kommission feststellen, ob es möglicherweise verbotene Absprachen zwischen den Unternehmen über Verbraucherpreise gibt. Die Wettbewerbshüter ermitteln in dieser Sache bereits seit anderthalb Jahren.

Die vier deutschen Netzbetreiber betonten zwar, dass sie mit der EU-Kommission in der Sache kooperativ zusammenarbeiten wollten, wiesen den Verdacht auf ein gemeinsames Vorgehen bei den Roaming-Gebühren jedoch zurück. Es gebe keine Preisabsprachen, sagte ein Sprecher von D2 Vodafone in Düsseldorf. Der Marktführer T-Mobil zeigte sich zuversichtlich, dass sich der Verdacht erledigen werde und bei E-Plus hieß es, dass man sich vorzuwerfen habe.

Im Falle Deutschlands will die Kommission auch feststellen, ob die Anbieter die Kosten abstimmten, die anderen Mobilfunkbetreibern berechnet werden und ob diese Preise möglicherweise überhöht oder diskriminierend waren. Mit den Durchsuchungen, die zeitgleich an mehreren Orten stattfanden, sind noch keine förmlichen Kartellverfahren der Kommission verbunden. Falls diese später eröffnet werden, drohen hohe Bußgelder.

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