Pilotprojekt

Dunkle Städte: Das Licht kommt per SMS

Viele Gemeinden sparen Strom und schalten die Straßenbeleuchtung nachts aus. In Lemgo kann man sich im Rahmen eines Pilotprojekts den Strom jetzt selbst wieder einschalten - und zwar per SMS.

Smartphone© Mihai Simonia / Fotolia.com

Die Gemeindekassen sind leer, es wird an allen Ecken und Enden gespart. So müssen Bürger vielerorts damit rechnen, im Dunkeln nach Hause gehen zu müssen, da etliche Kommunen nachts in Außenbezirken die gesamte Straßenbeleuchtung ausschalten. Gerade im Herbst und Winter, wenn es früh dunkel wird, beschleicht insbesondere Eltern ein ungutes Gefühl, wenn sie an den Heimweg ihrer Kinder denken.

Strom per Kurzmitteilung

So auch Angelika Grote aus Lemgo, deren findiger Ehemann Dieter den Stadtwerken Lemgo eine überraschende Lösung des Problems vorgeschlagen hat. Und zwar ist es auf einer bestimmten Teststrecke in Lemgo möglich, die Straßenlaternen selbst einzuschalten, wenn man sie braucht. Dazu muss man mit seinem Handy eine SMS an die Stadtwerke schicken, die dann den Strom für wahlweise 15, 30 oder 45 Minuten wieder einschalten. Inklusive SMS kostet eine Viertelstunde Strom den Nutzer rund 50 Cent.

Viele weitere Lösungen denkbar

Um Missbrauch zu vermeiden, muss sich jeder Interessent mit seiner Handynummer bei den Stadtwerken in Lemgo anmelden und den anfallenden Strom später selbst bezahlen.

Die Stadtwerke haben sich die Idee inzwischen patentieren lassen und sollen mit mehreren interessierten Kommunen in Kontakt stehen. Die Anwendungsgebiete wären vielfältig: Zum Beispiel könnte man sich nicht nur einzelne Straßenzüge, sondern auch Sportplätze bei Bedarf selbst nachts erleuchten.

Um Missverständnissen vorzubeugen, wiesen die Stadtwerke darauf hin, dass es sich bei dem aktuellen Test um ein zusätzliches Angebot handele. Es sei keinesfalls geplant, die Stromversorgung künftig auf Zuzahlung auszurichten.

Weiterführende Links
  • Mehr Infos zur Idee "Licht per SMS"
  • Tipps zum Stromsparen für Verbraucher
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