Preissteigerungen

Düstere Zeiten für Schwarzfahrer

Schwarzfahren lohnt sich nicht – so lautet die Werbekampagne eines öffentlichen Verkehrsbetriebes.

Nahverkehr© Jörn Buchheim / Fotolia.com

"Schwarzfahren lohnt sich nicht" – so lautet die Werbekampagne eines öffentlichen Verkehrsbetriebes. Ab Januar 2015 soll gegen Schwarzfahrer aber noch deutlich härter vorgegangen werden. Die Verkehrsministerkonferenz hatte den Entschluss bereits im April 2013 gefasst, nun ging der entsprechende Antrag beim Bundesrat ein.

Bußgeld soll um 20 Euro erhöht werden

Bei dem von der Verkehrsministerkonferenz vorgesehenen Betrag handelt es sich um eine deutliche Anhebung der Strafgebühr für das Fahren ohne gültige Fahrkarte. Um ganze 20 Euro soll die Gebühr steigen, von 40 Euro auf 60 Euro. Der Beschluss war damals einstimmig. Bayern rief nun die entsprechende Bundesratsinitiative ins Leben. "Wenn die Länder dem folgen und sich der Bundesrat für einen solchen Vorschlag entscheidet, werden wir uns dem nicht verschließen", soll ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums laut tagesschau.de gesagt haben.
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen verlange schon seit langem die Erhöhung der Bußgelder. Den Anteil an Schwarzfahrern schätze der Verband bei 3,5 Prozent.

Schwarzfahren kostet Unternehmen Millionen

Wie viel Geld den Verkehrsunternehmen durch das Fahren ohne Fahrkarte tatsächlich entgeht, darüber kann man nur spekulieren. Der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Reinhard Meyer, nennt eine Summe von geschätzten 250 Millionen Euro im Jahr. Und der geschätzte Wert genügt dem Ressortchef, um die Anhebung des sogenannten erhöhten Beförderungsentgeltes zu rechtfertigen. "Andernfalls würden diese Kosten vollständig auf die Allgemeinheit in Form von höheren Fahrpreisen umgelegt werden", so Meyer. Mit dem Bußgeld sollen auch die Kosten ausgeglichen werden, mit denen die Kontrollen finanziert werden.

Bleibt die Frage, ob die Bußgelderhöhung für die Schwarzfahrer tatsächlich ein Anreiz ist, das Schwarzfahren sein zu lassen. Schließlich steigen auch die Preise für reguläre Fahrkarten nahezu in ganz Deutschland zum nächsten Fahrplanwechsel ebenfalls wieder an.

Alle Tarif- und Preisangaben brutto. Trotz sorgfältiger Erstellung wird für die Richtigkeit keine Haftung übernommen. Beachten Sie Preise und AGB der Anbieter. Alle Angaben ohne Gewähr.
Top