Stiftung Warentest

Doppel-Flats im Festnetz: Anbierwechsel lohnt sich

Eine Doppel-Flat für Internet und Telefonie im Festnetz können sich Neukunden dank Vorteilsangeboten günstig sichern. Die Stiftung Warentest hat sich rund 80 Tarife von DSL- und Kabelnetzbetreibern hinsichtlich der Kosten angeschaut.

Top Internet Provider© i12 GmbH

Berlin – Wer auf der Suche nach einem Tarif für Internet und Telefonie im Festnetz ist, findet zahlreiche Angebote für solche Doppel-Flatrates. Neukunden können dank attraktiver Tarifaktionen häufig günstig einsteigen. Die Stiftung Warentest hat rund 80 Tarife ohne Datenlimit für Normal- und Vielsurfer unter die Lupe genommen. Dabei wurden sowohl die Produkte von DSL-Anbietern als auch von Kabelnetzbetreibern berücksichtigt.

Tarife von bundesweiten und regionalen Providern im Check

Stiftung WarentestDie Stiftung Warentest hat sich die Konditionen von Doppel-Flats für Normal- und Vielsurfer angeschaut.© Stiftung Warentest

Konkret haben die Tester sich die Tarife der sechs bundesweiten DSL-Provider Deutsche Telekom, Vodafone Deutschland, 1&1, Telefónica Deutschland (O2), congstar sowie Tele 2 angeschaut. Neben Tarifen der drei regionalen Internetanbieter NetCologne, M-net und EWE wurden zudem auch die Angebote der Kabelnetzbetreiber Unitymedia, Vodafone und PŸUR untersucht.

Telefonate in Mobilfunknetze kosten meist extra

Alle berücksichtigten Tarife beinhalteten nach Angaben der Stiftung Warentest zusätzlich zur Internet-Flat auch eine Telefon-Flat in das deutsche Festnetz. In der Regel gegen Aufpreis ab 5 Euro pro Monat lässt sich eine Flat auch für Gespräche in die deutschen Mobilfunknetze hinzubuchen. Ausnahmen: In den DSL-Tarifen von O2 sowie im Telekom-Tarif "MagentaZuhause XL" ist eine Allnet-Flat bereits fester Bestandteil des Angebots. Wird häufiger in die Mobilfunknetze telefoniert, sollte man die dafür anfallenden Kosten von meist 19,9 Cent pro Minute ohne Flat bei der Tarifwahl berücksichtigen.

DSL 16 ausreichend für Normalsurfer - mindestens VDSL 50 für Vielsurfer

Für Normalsurfer eignen sich nach Ansicht der Tester Tarife ab Download-Bandbreiten von 16 Mbit/s, Vielsurfern (Familien, WGs) werden dagegen Tarife mit Surfgeschwindigkeiten ab 50 Mbit/s empfohlen. Mehr Bandbreite für den Internetzugang ist vor allem dann erforderlich, wenn mehrere Personen gleichzeitig Videos Streamen, Online-Games spielen oder größere Downloads durchführen.

Hohe Surfgeschwindigkeit hat ihren Preis

AutobahnWer auf der Datenautobahn mit Highspeed unterwegs sein möchte, zahlt dafür aktuell regulär noch einen recht hohen Preis pro Monat.© Nejron Photo / Fotolia.com

Tarife mit VDSL 100 kosten regulär meist zwischen rund 35 bis 45 Euro pro Monat. Die DSL-Anbieter halten inzwischen an vielen Orten aber sogar bereits Bandbreiten von bis zu 250 Mbit/s per VDSL (Super-Vectoring) bereit. Die Kabelnetzbetreiber stellen standardmäßig vielfach schon bis zu 400 bzw. 500 Mbit/s bereit, in immer mehr Orten ist zudem Gigabit-Internet mit bis zu 1 Gbit/s buchbar.

Allerdings haben solche Tarife auch noch ihren Preis. Die Telekom verlangt sechs Monate zwar einen reduzierten Preis von knapp 20 Euro pro Monat, regulär schlägt der Tarif "MagentaZuhause XL" mit bis zu 250 Mbit/s aber mit 55 Euro pro Monat zu Buche. Bei Unitymedia zahlen Kunden 24 Monate lang 100 Euro pro Monat für den Gigabit-Tarif "2play FLY 1000".

Normalsurfer: 16 bis 20 Mbit/s ab rund 25 Euro monatlich

Günstiger kommen Normalsurfer ins Netz: Sie zahlen im Schnitt um die 30 Euro pro Monat. Aber auch Tarife um die 25 Euro pro Monat finden sich. Die Doppel-Flat Red Internet & Phone 16 Cable von Vodafone kostet nach 9,99 Euro pro Monat im ersten Jahr, regulär 24,99 Euro ab dem 13. Monat. Beim Berliner Kabelnetzbetreiber PŸUR ist der Tarif Pure Surf 20 mit bis zu 20 Mbit/s dauerhaft für 25 Euro pro Monat nutzbar.

Nicht alle Provider bieten Neukunden-Vorteile

Neukunden zahlen meist sechs oder zwölf Monate lang einen reduzierten Preis. Bei 1&1 etwa gibt es eine Doppel-Flat mit DSL 16 ein Jahr bereits für 9,99 Euro statt 29,99 Euro pro Monat. Allerdings hält nicht jeder Provider reduzierte Preise für Neukunden bereit. Congstar berechnet für seinen DSL-16-Tarif dauerhaft 29,99 Euro, für den VDSL-50-Tarif dauerhaft 34,99 Euro pro Monat.

Wechsel des Internetanbieters lohnt sich

Stiftung Warentest rät dazu, den Internetanbieter alle paar Jahre zu wechseln, um von Neukunden-Konditionen profitieren zu können. Beachtet werden sollte die Laufzeit des alten Vertrags und die rechtzeitige Kündigung. Die Kündigung beim alten Provider kann der neue Anbieter übernehmen. Damit der Wechsel reibungslos über die Bühne geht, sollte der neue Internetanbieter rechtzeitig informiert werden. Wichtig: Soll die alte Rufnummer mitgenommen werden, so muss ein Portierungsauftrag gestellt werden. Dabei entstehen einmalige Kosten von bis zu 30 Euro.

Eine detaillierte Übersicht zu den Konditionen der untersuchten Tarife und Provider hält die Stiftung Warentest in Heft 2/2019 sowie kostenpflichtig auf ihrer Homepage zum Abruf bereit.

Die aktuellen Tarife von DSL-Anbietern und Kabelnetzbetreibern lassen sich aber auch komfortabel in unserem Breitband-Tarifrechner finden.

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