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Diskussion um "Medienführerschein" geht weiter

Bayerns Medienminister Siegfried Schneider gehört zu denen, die einen so genannten "Medienführerschein" fordern. Als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden wird beklagt, dass Jugendliche zu oft auf sich gestellt seien.

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München (ddp/red) - Schneider sagte am Mittwoch anlässlich der Eröffnung des Computerspielkongresses "Munich Gaming", sein Ziel sei es, einen "Medienführerschein durchzusetzen, der Sicherheit im Umgang mit neuen Medien und Spielen verschafft und dies auch dokumentiert". Gerade Kinder seien bislang bei der Mediennutzung oft auf sich alleine gestellt. Einzelheiten zu einer möglichen Umsetzung eines "Medienführerscheines" äußerte Schneider zunächst nicht. Es gehe ihm vorerst darum, eine breite Diskussion anzustoßen, sagte eine Staatskanzleisprecherin auf ddp-Anfrage.

Auch die Finanzen müssten stimmen

Die Landtagsfraktionen von SPD und FDP begrüßten den Vorschlag des Ministers, forderten aber klare Konzepte ein. Der medienpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Markus Rinderspacher, bezeichnete die Einführung eines Medienführerscheines als eine "langjährige Forderung der SPD". Er bot eine "Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinweg" an. Es müssten jedoch auch die finanziellen Ressourcen bereitgestellt werden, um einen schlüssigen Plan zu erarbeiten und umzusetzen.

Die gesamte Schulzeit zählt

Auch die Medienexpertin der FDP-Landtagsfraktion, Julika Sandt, unterstrich die Notwendigkeit eines umfassenden Konzeptes. Schüler, Eltern und Lehrer benötigten ein "grundlegendes Verständnis für die Seriosität von Nachrichten- und Informationsquellen", sagte sie. Zu diesem Zweck reiche das Ablegen einer Prüfung nach ein paar Schultagen nicht aus. Eine zeitgemäße Medienerziehung müsse Kinder und Jugendliche während ihrer gesamten Schulzeit begleiten.

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