Wir sind Flat

Die Trends des Jahres: 2005 war das Jahr der Flatrate

Das abgelaufene Jahr stand zwar auch im Zeichen der Internettelefonie und der sinkenden Mobilfunkpreise, doch ein Phänomen rangierte on top: Alles wurde Flat. Flats für Daten, Flats für Sprache, Flats für Handygespräche - alles zum Festpreis, all inclusive. Die Trends des Jahres!

27.12.2005, 12:45 Uhr
ISDN Telefonanschluss© Daniel Kühne / Fotolia.com

Anders als in manchen vergangenen Jahren lassen sich für das Jahr 2005 eindeutig zwei Trendthemen ausmachen, die den Markt gut durchgeschüttelt und zeitweilig sogar beherrscht haben: die steigende Nutzung der Internettelefonie und die stetig sinkenden Preise in die Handynetze.

Doch nein, weit gefehlt, auch wenn dies zwei der wichtigsten Themen überhaupt waren. Noch wichtiger, noch bedeutsamer für die ganze Marktentwicklung war die Erkenntnis: Wir sind Flat. Ganz Deutschland wurde überrollt von Flatrates, kaum ein Bereich ist mehr sicher vor ihnen. Angefangen hatten die DSL-Provider, doch in diesem Jahr ist die Flatrate einem Tsunami gleich herübergeschwappt ins Festnetz und in den Mobilfunk. Aber der Reihe nach: Das erste Trendthema der Redaktion ist der Sturzflug der Handy-Preise.

Die Handypreise im freien Fall

So wagten sich in diesem Jahr die ersten Discounter unter den Mobilfunk-Providern auf den Markt - allesamt Wiederverkäufer von Minuten im E-Plus- oder T-Mobile-Netz. Das hat für die Netzbetreiber den Vorteil, dass sie ihre Netzkapazitäten loswerden, sich aber gleichzeitig nicht "ihren guten Namen" mit einem Discount-Konzept kaputtmachen.

Angeschubst vom Kaffeeröster Tchibo, der mit einem o2-Tarif im Oktober vergangenen Jahres mit einem damals revolutionären Minutenpreis von 35 Cent startete, legte im Jahr 2005 ein ganzer Schwung an neuen Discountern los. Ob simyo oder simply, debitel light, klarmobil oder blau.de, um nur einige zu nennen, alle zeichnen sich durch niedrige Tarife und das so genannte "No-Frills-Konzept" aus - keine Schnörkel. Es gibt weder ein subventioniertes Handy noch ein Übermaß an Service, und zumeist laufen Anmelde- und Aufladevorgänge übers Internet.

Wie groß wird das Stück vom Kuchen?

Und damit hatten die Billiganbieter bislang ordentlich Erfolg; beispielsweise soll alleine Aldi in den ersten Tagen nach Markteintritt über 60.000 Kunden gewonnen haben - und der Aldi-Tarif ist nicht mal sensationell günstig. Ob es nächstes Jahr auch Handykarten von Obi und Schlecker gibt? Aldi und Plus sind schon mit im Boot, Lidl steht in den Startlöchern. Zum Vergleich: Auf dem dänischen Mobilfunkmarkt haben sich die Discounter langfristig einen Marktanteil von rund 20 Prozent sichern können.

Voipen wird zum Massenphänomen

Das zweite Trendthema für 2005 war zweifellos die Internettelefonie. Ähnlich wie "Simsen" ist mittlerweile auch "Voipen" fast zu einem normalen Verb geworden, zumindest unter Internet-affinen Menschen. Die Nutzung der Internettelefonie (VoIP) hat in diesem Jahr einen großen Sprung vollzogen und ist jetzt wirklich auf dem Sprung zum Massenmarkt. So setzt zum Beispiel rund die Hälfte der im Markt angebotenen Sprach-Flatrates auf der Telefonie via Internet auf und nicht mehr auf dem herkömmlichen Festnetz.

Wer einen DSL-Anschluss hat, kann auch voipen - zumal mit den immens im Preis gesunkenen Flatrates, die in vielen Städten schon für unter acht Euro zu haben sind. Meist braucht man nicht mal mehr teure Hardware zu kaufen, denn die Provider geben - als Gegenleistung für einen langfristigen Vertrag, versteht sich - häufig Multifunktions-Hardware mit, die sowohl zum drahtlosen Surfen als auch zum Voipen genutzt werden kann.

Allein an der Sprachqualität scheiden sich noch die Geister. Die Provider werden nicht müde zu betonen, dass die Qualität bei Internettelefonaten der übers herkömmliche Festnetz in nichts nachstehe. Doch die Erfahrung hat gezeigt, dass dem beileibe nicht immer so ist. Es gibt also noch Arbeit, auch wenn klar sein dürfte, dass der Siegeszug der Internettelefonie nicht aufzuhalten ist - nicht einmal durch die nach wie vor bestehende Blockade, DSL-Anschlüsse nur im Bundle mit Festnetz-Telefonanschlüssen zu verkaufen.

Der große Trend: Alles flat

Die weiter sinkenden Preise auf dem DSL-Markt haben dazu geführt, dass eine Flatrate heute zu einem Preis zu haben ist, für dem man früher gerade einmal einen Volumentarif bekommen konnte. Ja, einige Provider bieten sogar überhaupt keine Volumen-, geschweige denn Zeittarife mehr an, es gibt nur noch Flats. Alles Flat eben. Und zur DSL-Flatrate kamen weitere Pauschaltarife hinzu: Man kann bei jedem großen Provider auch Voice-Flats buchen, mit denen man zum Festpreis ins deutsche Festnetz telefonieren kann. Vorreiter dafür waren die XXL-Bündeltarife der Telekom. Doch der Ex-Monopolist war einer der letzten, der auf den Zug der Sprach-Flats aufsprang - wen wundert's, schließlich ist der einstige Umsatzgarant Festnetz längst zum Magenta-Problemkind Nr. 1 geworden.

Doch nicht nur im Festnetz, auch auf dem Mobilfunkmarkt gibt es seit 2005 die ersten Flatrates. Mit dem Tarif der E-Plus-Tochter Base kann man zum Pauschalpreis sowohl netzintern als auch im deutschen Festnetz telefonieren. Auch die Daten-Freaks konnten sich freuen: Ebenfalls von E-Plus stammt die erste Online-Flatrate Deutschlands, die in diesem Sommer auf den Markt gebracht wurde.

Eines allerdings wird wohl auch in naher Zukunft auf den DSL-Markt beschränkt bleiben: Eine Datenübertragung ohne Limits, die sich nicht am Minutenpreis orientiert. Alle Flatrates im Sprachbereich haben Extra-Minutenpreise in externe Netze, man zahlt immer noch drauf: Die Flat ist also eigentlich gar keine, sie deckt nur einen Teil ab.

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