WWDC

Die Neuheiten von der Apple-Konferenz

Große Überraschungen gab es nicht bei Apples Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco. Vorgestellt wurden der Speicherdienst iCloud und die neuen Versionen der Betriebssysteme für iPhone und Mac - ein neues iPhone gab es nicht.

Handygespräch© goodluz / Fotolia.com

San Francisco (afp/red) - Steve Jobs selbst eröffnete die Veranstaltung und stellte auch "iCloud" vor. Der Dienst soll die digitale Musiksammlung, Fotos und andere Dokumente der Nutzer in der Datenwolke des Internets speichern und automatisch auf alle Ausgabegeräte wie Computer, Tablet-PCs oder internetfähige Handys übertragen. "Einige Menschen denken, die Datenwolke ist nur eine Festplatte", sagte Jobs. "Wir glauben, dass sie mehr ist." Der Apple-Chef sagte, er wolle "iCloud" zu einer Art "Drehscheibe" für die Datensammlung der Nutzer machen.

Datenspeicher in der Cloud

Hinter dem Dienst verbirgt sich die Idee des Cloud Computing, bei der Anwendungen und Daten nicht mehr an einen festen Rechner gebunden sind, sondern ins Internet ausgelagert werden. Zuvor hatten bereits die Apple-Konkurrenten Google und Amazon ähnliche Dienste für das Speichern von Musik vorgestellt. Auch existieren im Internet bereits Angebote wie Dropbox, die automatisch die im Netz abgelegten Dateien zwischen mehreren Computern synchronisieren können.

Das Angbeot von Apple soll einen kostenlosen Speicherplatz von 5 Gigabyte und die Synchronisation mit bis zu zehn Geräten beinhalten. Auch die bei iTunes gekaufte Musik kann mit der iCloud auf alle angemeldeten Geräte übertragen werden. Mit iTunes Match können auch Titel übertragen werden, die nicht über iTunes gekauft wurden. Es wird automatisch abgeglichen, ob die Titel nicht schon über iTunes zur Verfügung stehen. Dieser Dienst soll 24,99 Dollar pro Jahr kosten.

Neues Mac-System deutlich günstiger

Apples Marketing-Chef Phil Schiller führte die achte Version des Mac-Betriebssystems OS X mit dem Namen Lion vor. Ab Juli sollen Nutzer die Version für 23,99 Dollar herunterladen können - ein deutlich günstigeres Preis als die 129 Dollar, die Apple für vorherige Upgrades verlangte. Zu den Neuerungen gehört unter anderem eine "Airdrop" genannte Funktion, bei der sich in der Nähe befindliche Mac-Nutzer gegenseitig Dateien über eine drahtlose Verbindung zuschieben können.

Apple setzt auf eine stärkere Integration von Apps auch auf dem Mac. Der App Store ist fest integriert, auch die Nutzung von Vollbild-Apps ist möglich. Das Launchpad bietet eine Plattform für alle heruntergeladenen Apps und ermöglicht eine bequeme Verwaltung per Multitouch.

200 neue Funktionen für iOS

Anschließend enthüllte Apple-Manager Scott Forstall das neue Betriebssystem iOS 5 für iPhone und iPad. Seinen Angaben zufolge hat das Unternehmen bislang mehr als 200 Millionen iOS-Geräte verkauft. Die neue Beta, die für Entwickler bereits erhältlich ist, hat über 200 neue Funktionen zu bieten. Zu nennen wären beispielsweise der Messenger-Service iMessage und Newsstand zur Verwaltung von Zeitschriftenabos. Der Safari Reader und Twitter-Integration sind weitere Features von iOS 5.

Neu ist auch die starke Anbindung an den Cloud-Dienst von Apple. iCloud wird in alle Apps integriert, um diese ohne Computer auf dem neuesten Stand zu halten. Eine integrierte Organisations-App, neue Bildbearbeitungs-Funktionen und die Möglichkeit, die Tastatur fürs iPad zu teilen, sind ebenfalls neu. Wichtig auch: Die Aktivierung des Endgeräts ist jetzt nicht mehr nur über einen Computer und iTunes möglich, sondern auch drahtlos. Die Beta-Version steht für Entwickler zur Verfügung, das Update kommt dann im Herbst. Auch das iPhone 3GS wird noch unterstützt.

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